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20 Väterliche Ratschläge für Motorradanfänger

20 väterliche Ratschläge für Motorradanfänger können auf für diejenigen nützlich sein, die auf eigene Faust (wieder) in das Motorradfahren einsteigen.

Geschätzte Lesedauer: 3 Minuten

Verkehrserziehung

Jugendliche haben leider oft die notorische Angewohnheit, gut gemeinte elterliche Ratschläge geflissentlich zu überhören. Links rein – rechts raus, wer kennt das nicht? Zum Trost kann ich aber sagen: Am Ende bleibt davon doch erstaunlich viel hängen – was man spätestens dann merkt, wenn sie bei ihren eigenen Sprößlingen genau die selben Sprüchen raushauen, die sie schon in ihrer zurückliegenden Jugend genervt hatten.

Damit keimt die Hoffnung, daß auch die väterlichen Ratschläge für Motorradneulinge ein nachhaltiges Echo finden. Wie zur Bestätigung mußte ich mir einige meiner eigenen Sprüche von meinen Jung-Erwachsenen anhören, die ich (was im Ausland möglich war) selbst im Motorradfahren ausgebildet hatte. Ein gutes Zeichen dafür, daß – allem pädagogischen Zeitgeist zum Trotz – das althergebrachte Einbläuen doch seinen Sinn hat. Vor allem dann, wenn es um Leben und Sicherheit geht.

Ratschläge

Deshalb habe ich (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) meinen Kindern die folgenden 20 väterlichen Ratschläge für Motorradneulinge mit auf den Weg gegeben:

  1. Das Motorrad verzeiht nichts. Der Balanceakt auf 2 Rädern samt Motorkraft und Fahrdynamik fordert seinen Preis: stetige Übung, volle Konzentration, permanente Wachsamkeit und souveräne Selbstbeherrschung.
  2. Fahre immer so, als wären die anderen abgelenkt und würden dich nicht sehen.
  3. Fahre defensiv: Erzwinge nichts. Jeder ist immer und überall dein Feind. Halte mißtrauische Distanz zu allen, die dir gefährlich werden könnten.
  4. Bleibe ruhig und übe dich in Geduld! Gerade dann, wenn dich der lahme oder hektische Verkehrsfluß nervt.
  5. Überschätze niemals deine fahrerischen Fähigkeiten. Erkenne selbstkritisch das Limit deines Könnens und halte dich eisern dran. Laß dich nicht von der Power und der Dynamik des Motorrades verführen.
  6. Laß dich nicht von anderen Verkehrsteilnehmern zu unbedachten Reaktionen reizen.
  7. Die Hupe ist nur für den Notfall da, und nicht, um Andere zu ärgern.
  8. Halte Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen. Je weiter du weg bist, desto mehr Zeit bleibt dir für eine Notreaktion. Und desto besser kannst du überblicken, was weiter vorne abgeht.
  9. Vor jedem Überholen und (zügigem) Spurwechsel: Blinker, Spiegelblick, Schulterblick (toter Winkel).
  10. Überhole nie auf Streckenabschnitten, die du nicht vollständig einsehen kannst. Wenn du überholst, dann tue es entschlossen und mit allen Sicherheitsmargen. Denke dran: Zuerst muß das Herz vorne sein, dann der Fahrer.
  11. Bei mehrspurigem Verkehr überhole niemals rechts, vor allem dann nicht, wenn du glaubst, dadurch schneller vorankommen zu können. Nicht zwischen den Kolonnen durchdrängeln.
  12. Keine Zick-Zack-Touren, auch nicht auf leeren Straßen.
  13. Bei Nacht: Fahre langsamer und vorsichtiger, denn du kannst nahende Gefahren erst viel später wahrnehmen als bei Tag.
  14. Bei Regen: Vermeide starkes Beschleunigen und abruptes Bremsen; fahre eher niedertourig und nimm Kurven möglichst in weiten Bögen.
  15. Lerne die Straße zu „lesen“: Sei extrem vorsichtig bei allem, was die Straßenoberfläche für dich gefährlich machen kann: Ölflecken, nasse Straßenmarkierungen, Verunreinigungen (Split, Kies, Schlamm), nasses Laub, nasse (Straßen-)Bahnschienen.
  16. ATGATT: ALL-THE-GEAR-ALL-THE-TIME. Fahre immer mit kompletter Schutzausrüstung (Helm, Kombi, Stiefel, Handschuhe). Hitze ist keine Ausrede für mangelhafte Schutzbekleidung. Nur Sissies fahren in kurzen Hosen oder T-Shirt.
  17. Bei längeren Touren: Regelmäßig Pausen einlegen zur Regeneration und für die Konzentration. Genug trinken, nicht alles auf einmal, sondern in Etappen.
  18. Halte dein Motorrad stets in technisch gutem Zustand. Behebe Fehlfunktionen oder sage zumindest Bescheid, wenn dir etwas auffällig/verdächtig vorkommt.
  19. Mache einen Pre-Check vor jeder Ausfahrt (Reifendruck, Lichter, Blinker, Ölstand).
  20. Sei kritisch mit Dir und analysiere nach jeder Fahrt schonungslos deine Fahrkünste, deine Fehler und deine Fortschritte.

Fazit

So wichtig und richtig es ist, Fahranfängern die wichtigsten Verhaltensregeln einzuschärfen – ebenso wichtig ist es für den langjährigen Praktiker, die eigene Fahrroutine regelmäßig aufzubrechen und zu überprüfen, ob sich nicht doch irgendwelche Unarten eingeschliffen haben. Am besten auf einer Tour mit den eigenen Kindern, die sich dann als die kritischsten Beobachter erweisen.

Aktualisiert am 28/03/2024 von Christian

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