Auf zwei Rädern um die Welt

Motorradtour zur Havelquelle

Wer Motorradfahren auf englischen country lanes erlebt und genossen hat, kann auch in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern fündig werden. Eine Motorradtour zur Havelquelle im Müritz-Nationalpark verlockt mit verschlungener Sträßchen, Alleen, Buschreihen und überraschenden Ausblicken nach jedem Waldstück und jedem Hügel. 

Seen ohne Ende, idyllische Flüßchen und versteckte Kanäle begleiten den Weg in ein Landschaftsparadies. Die Strecke ist gesäumt von malerischen Dörfern, einladenden Restaurants am Wasser und Rastplätzen, von denen aus man die Natur in vollen Zügen genießen kann.

Die Strecke

Oranienburg – Gransee – Groß Woltersdorf – Zernikow – Altglobsow – Tiefenbrunn – Fürstenberg –  – Steinförde – Strasen – Priepert – Ahrensberg – Wesenberg – Useriner Mühle  –  Neustrelitz – Adamsdorf – Kratzeburg – Pieversdorf – Havelquelle – Kratzeburg –  Granzin – Babke – Wesenberg – Köpernitz – Lindow (Mark) – Vielitz – Grieben – Herzberg (Mark) – Sommerfeld – Oranienburg. 223 km

Zeitbedarf für eine Motorradtour zur Havelquelle

6 Stunden + extra Zeit für Pausen, zum Schauen und zum Fotografieren. Auf den zahlreichen Pflasterstraßen, Wirtschafts- oder Sandwegen kommt man jedoch nur im Innenstadttempo voran. Deswegen richtet man sich am besten nach der alten Faustregel: 1 Minute pro Kilometer. Das macht rechnerisch einen Schnitt von 60 km/h. Damit kommt man gut hin.

Die Strecke läßt sich meistenteils zügig fahren. Allerdings muß man sich zwischen Neustrelitz und der Havelquelle auf feldsteingepflasterte Holperstrecken, Plattenwege und sandige Pisten einstellen. Diese stellen jedoch mit der nötigen Vorsicht und angepaßter Geschwindigkeit keine überwältigende fahrerische Herausforderung dar.

Bild von einer Yamaha FJR 1300 bei einer Motorradtour zur Havelquelle auf Plattenweg im Mueritz-Nationalpark

Die schöneren Passagen der Strecke liegen abseits der großen Straßen

Bild von einer Pflasterstrasse mit einer in Mecklenburg-Vorpommernmit einer Yamaha FJR 1300 auf einer Motorradtour zur Havelquelle

Längere Pflasterstrecken sollte man bei dieser Tour gerne in Kauf nehmen.

Ortskundige werden sich wundern, warum ein gutes Stück der Anfahrt der Motorradtour zur Havelquelle  auf der Bundesstraße 96 von Oranienburg nach Gransee verläuft. Ganz einfach:

  • Erstens läßt sich im Rahmen einer Tagestour auf dieser Expreßstrecke Zeit sparen, die man später im viel schöneren Müritz-Nationalpark übrig hat.
  • Zweitens gibt es in Nordrichtung kaum zielführende Parallelstraßen, auf die man ausweichen könnte.
  • Drittens kann man zwar ganz schön im Hinterland links und rechts der B 96 herumkurven. Aber das kostet viel Zeit. Deshalb sollte man diese Varianten lieber mit einer Tour Richtung Uckermark kombinieren.

Die gesparte Zeit läßt sich vielleicht in eine Kaffeepause am See investieren, z. B. im „Seeblick“ an der Useriner Mühle.

Bild von einer Yamaha FJR 1300 bei einer Kaffeepause im Garten der Useriner Mühle bei Neustrelitz auf eienr Motorradtour zur Havelquelle

Kaffeepause an der Useriner Mühle

Die „Havelquelle“ im Müritz-Nationalpark

Bild von der rekonstruierten Havelquelle im Mueritz-Nationalpark

Die rekonstruierte Havelquelle im Müritz-Nationalpark

Die “Havelquelle” im Müritz-Nationalpark sollte man trotz ihres vielversprechenden Namens nicht überschätzen. Sie ist nett anzusehen und auch schön touristisch angelegt. Aber letztlich ist es ein Gully, aus dem Wasser quillt, umrahmt von großen Feldsteinen mit den Wappen der Havelstädte. Sei’s drum: Es ist ein wunderschönes Plätzchen, es macht einfach Spaß, dort zu sein, und seine untergegangenen schulischen Geographiekenntnisse kann man auch noch gleich auffrischen. Inklusive der Wasserscheide Nord-/Ostsee, die sich gleich daneben befindet.

Bild vom einem Hinweisschild auf die Wasserscheide Nordsee Ostsee an Havelquelle im Mueritz Nationalpark

Wasserscheide Nordsee Ostsee an Havelquelle im Müritz Nationalpark

Naturenthusiasten und Wasserratten begeben sich am besten ein paar Meter weiter zur Badestelle am Mühlensee, die der Seele alles offeriert, was sie zum Baumeln braucht.

Bild von einer Yamaha FJR 1300 bei der Mittagsrast am Mühlensee auf einer Motorradtour an die Havelquelle im Müritz-Nationalpark

Mittagsrast nahe der Havelquelle am Mühlensee

Auf der Motorradtour zur Havelquelle fährt man ein Stück die Alte Salzstraße entlang, die hier früher von der Ostsee bis nach Griechenland verlief. Einen kurzen Stop legen wir bei der Schafstall-Ruine “Neue Mühle” ein. Es ist dies Teil des früheren Dorfes Liepen, einer Wüstung aus dem Dreißigjährigen Krieg. Der zerstörte Ort wurde aufgegeben und nicht wieder aufgebaut.

Bild von einem alten Schafstall in Liepen Mueritz-Nationalpark

Alter Schafstall in Liepen Müritz-Nationalpark

Die Rückfahrt

Die schönen Erlebnisse fordern ihren Tribut in Form längerer Holperstrecken. Aber wer da entlang fährt, wird sofort sehen, wie er damit klarkommt [smiley]. Rheinsberg ist immer einen Zwischenstop wert. Wer nicht widerstehen kann, sollte sich in die EiZmanufaktur locken lassen:

Bild von der EiZManufaktur in Rheinsberg

Zwischenstop auf der Rückfahrt an der EiZManufaktur in Rheinsberg

Stadt und Schloßpark überlasse ich heute lieber den Touristenscharen, die aus den zahlreichen Reisebussen quellen.

Südlich von Lindow machen wir, dem ländlichen Charakter unserer Tour entsprechend, einen Schlenker über Vielitz. Am Südufer des Sees kann man sich in der Abendsonne auf die letzte Etappe der Heimfahrt vorbereiten.

Bild von einer Yamaha FJR 1300 an einem Rastplatz bei Seebeck in Brandenburg mit dem Vielitzsee im Hintergrund

Zwischenstop bei Seebeck am Vielitzsee

Bei einer Motorradtour zur Havelquelle nicht zu vergessen

Die Zielregion ist landschaftlich außerordentlich reizvoll und deshalb auch touristisch erschlossen. Deshalb sollte man an folgendes denken:

  • Im Sommer Badezeug mitnehmen. Hinter jeder Ecke lauert ein toller See, der beschwommen sein will.
  • Die Gegend ist ideal für romantische Picknicks. Wer nichts von zuhause mitgenommen hat, kann sich zweckmäßigerweise in Neustrelitz bei den üblichen Verdächtigen verproviantieren. Der Zeitaufwand dafür ist minimal und es lohnt sich auf jeden Fall.
  • Möglicherweise möchte man im Quellgebiet der Havel noch weitere Sand- und Waldsträßchen erkunden (lohnt sich!). Diese sind aber auf den meisten Karten nicht verzeichnet. Und das Navi spuckt nur Fragezeichen aus. Wer sich ernsthaft mit dem Gedanken trägt, dort zu vagabundieren, sollte sich eine Radwanderkarte besorgen und diese bei der Tourvorbereitung mit Google Maps o. ä. abgleichen.

 

Ähnliche Beiträge:

 

 

Leave a Reply

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Beste Smartphone-Apps für Motorradtouren

Smartphone-Apps für Motorradtouren werden gerne spontan heruntergeladen. Jeder hat dabei seine eigenen Präferenzen. Schließlich wird das Display aber randvoll und die Übersicht ist dahin. Sinnvolle Beschränkung ist deshalb angesagt. Welche Apps haben sich beim Motorradfahren bewährt?

Motorradtour Berlin – Dresden

Eine Motorradtour Berlin –  Dresden als Auftakt zu weiteren Touren im sächsischen Bergland überrascht mit geruhsamem Cruisen und unerwarteten Eindrücken.