Auf zwei Rädern um die Welt

Motorradtour Dahme Heideseen

Wer sich vom Schönefelder Kreuz Richtung Süden oder Osten durch den Autobahnverkehr quält, ahnt kaum etwas von der zauberhaften Seenlandschaft, die sich hinter den Wäldern an seiner Seite verbirgt. LDS – der Landkreis Dahme-Spreewald – hält für den Motorradfahrer wunderbare Touren durch eine unberührte Seenlandschaft bereit. Folgen Sie uns auf unserer Motorradtour Dahme Heideseen durch eine wenig bekannte Landschaft im Osten Deutschlands.

Streckenführung der Motorradtour Dahme Heideseen


Königs Wusterhausen (Funkerberg) – Bindow – Dolgenbrodt – Blossin – Kolberg – Storkow – Wendisch Rietz – Bad Saarow – Behrensdorf – Ahrensdorf – Görsdorf – Giesendorf – Kossenblatt – Werder – Limsdorf – Alt Schadow – Neu Lübbenau – Köthen – Märkisch Buchholz – Groß Köris – Teupitz – Motzen – Mittenwalde – Brusendorf – Königs Wusterhausen (Schloß). 154 km

Streckencharakteristik

Blumen, Vögel, duftend, singend / Seid doch nicht so ausgelassen / Ungestüm ans Herz mir dringend / Laßt allein mich ziehn die Straßen!
— Nikolaus Lenau

Angelpunkt der Motorradtour Dahme Heideseen ist der Funkerberg in Königs-Wusterhausen. Die Tourstrecke umrundet den Naturpark Dahme-Heideseen entlang der schönsten Gewässer des Landkreises Dahme-Spreewald. Sie ist flott zu fahren, jedoch in ihrem Mittelteil mitunter recht holperig. Wer sich gerne abseits der größeren Ortschaften hält, sollte sich der einsamen Gegend halber verproviantieren. Damit läßt sich die Landschaft bei einem geruhsamen Picknick weit abseits des lärmenden Alltags in vollen Zügen genießen. Die Tour endet am königlichen Jagdschloß in Königs Wusterhausen.

Die Wiege des deutschen Rundfunks

Bild des letzten verbliebenen Antennenmastes auf dem Funkerberg in Königs Wusterhausen

Antennenmast auf dem Funkerberg in Königs Wusterhausen

Auf dem Funkerberg in Königs Wusterhausen steht die älteste funktechnische Anlage Deutschlands. Sie wurde im Jahr 1916 als „Zentralfunkstelle des Heeres“ in Betrieb genommen. Seit der Ausstrahlung des historischen Weihnachtskonzertes am 22. Dezember 1920 gilt sie als „Wiege des Rundfunks“ in Deutschland. In der Blütezeit der Sendertätigkeit standen hier sieben 210 Meter hohe Sendemasten.  Bis auf einen letzten wurden Sie jedoch gesprengt. Der einzige noch stehende Sendemast ist heute das älteste Relikt deutscher Rundfunkgeschichte.

Ein Wasserturm als Aussichtscafé

Bild des Wasserturms auf dem Funkerberg in Königs Wusterhausen

Wasserturm auf dem Funkerberg in Königs Wusterhausen

Der 33 Meter hohe denkmalgeschützte Wasserturm auf dem Funkerberg gestattet einen einzigartigen Blick über die Region, durch die unsere Tourstrecke führt. Sein integrierter Hochbehälter mit einem ehemaligen Fassungsvermögen von 300 m3 Trinkwasser ist als Café ausgebaut – und auf jeden Fall einen Besuch wert.

Kulinarische Romantik an der stillen Dahme

Bild des Flusses Dahme, gesehen vom Restaurant Faehrhaus in Dolgenbrodt in Brandenburg aus

Blick auf die Dahme vom Restaurant Fährhaus in Dolgenbrodt

Abseits der Landstraße, hinter tiefen Wäldern, führt uns unsere Motorradtour Dahme Heideseen nach Dolgenbrodt am Dolgensee zum Restaurant zum Fährhaus. Ob man sich dessen Fischspezialitäten zuwendet oder nur einem erfrischenden Getränk auf der Seeterrasse – der Zwischenstop ist auf jeden Fall ein besonderes Erlebnis.

Ehrwürdige Zeugen der Jahrhunderte

An der Dorfstraße in Gussow zwischen Bindow und Dolgenbrodt passieren wir eine mächtige Flatterulme (Ulmus laevis) mit einem Stammumfang von 5,90 m. Am Dorfplatz in Kolberg am Heidesee regiert eine Stieleiche (Quercus robur) mit einem Stammumfang von über 6 m und auf dem Dorfanger von Ahrensdorf eine ebensolche mit einer Höhe von 28 m. Wunderbar, daß uns solche Baumriesen erhalten sind.

Wellness im Wald

Bild des Bahnhofs von Bad Saarow in Brandenburg, gesehen auf einer Motorradtour Dahme Heideseen

Bahnhof in Bad Saarow

Bad Saarow verströmt das Flair eines Kurstädtchens der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts. Sehr sympathisch. Die Therme lohnt einen Besuch, besonders in der häßlichen Jahreszeit.

Grüsse aus grauer Vorzeit

Bild eines der beiden Markgrafensteine bei Bad Saarow in Brandenburg

Einer der beiden Markgrafensteine bei Bad Saarow

5 km nördlich von Bad Saarow liegen in den Rauener Bergen die beiden Markgrafensteine, die größten jemals in Brandenburg entdeckten Findlinge aus etwa 1,2 Milliarden Jahre altem rotem Karlshamn-Granit. Der Große Markgrafenstein hatte ein Gewicht von schätzungsweise 700 bis 750 Tonnen und ursprünglich ein Volumen von rund 250 m³.

Im Auftrag von König Friedrich Wilhelm III. und nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel wurde der Fels 1827 in drei Stücke gespalten. Aus dem Mittelstück wurde die vor dem Alten Museum  in Berlin stehende Granitschale gefertigt – ein „Biedermeierweltwunder“, mit einem Gewicht von ca. 75 Tonnen und einem Umfang von fast 22 m die größte aus einem einzelnen Stein gefertigte Schale der Welt.

Fontane merkt zu seinem Besuch prosaisch an:

Ich … sah nun etwas Zusammengekauertes daliegen, das genau den Eindruck eines toten Elefanten auf mich machte. Nun sind Elefanten ja unzweifelhaft große Tiere, wenn ihnen aber obliegt, als Berg- und Felstrümmer landschaftlich zu funktionieren, so kommt die Landschaft und kommen sie selber zu kurz.

Ich hätte noch große Lust, einen Schlenker nach Südosten zu machen. Aber eine Motorradtour in die Niederlausitz ist eine eigene Unternehmung wert.

Jagdschlösser des Soldatenkönigs

Bild von Schloss Kossenblatt, Lkr. Oder-Spree, mit einem Motorrad Yamaha FJR 1300 auf einer Bruecke im Vordergrund

Schloß Kossenblatt, Lkr. Oder-Spree

(Königs) Wusterhausen und Kossenblatt waren die Lieblings-Jagdschlösser des „Soldatenkönigs“ Friedrich Wilhelm I., in denen er seiner Waidmannslust frönte und auch seine Tabakskollegien abhielt.

Unter dem auf einer Spreeinsel gelegenen Schloß Kossenblatt findet sich vielleicht auch der berühmte Türkenschatz: Der Erbauer des Schlosses, Generalfeldmarschall Hans Albrecht von Barfus, war für seine militärischen Erfolge in den Türkenkriegen reich entlohnt worden. Seine Witwe Eleonore von Dönhoff befahl dem holländischen Baumeister des Schlosses, eine geheime Kammer unter dem Schloss anzulegen, in die sie sämtliche Reichtümer bringen ließ. Der Baumeister verunglückte laut Legende kurze Zeit später und nahm das Geheimnis der Schatzkammer mit ins Grab. Die Witwe Dönhoff, die wohl auch ihren Gatten ermorden ließ, soll seit ihrem eigenen Tod 1729 als weiße Frau durchs Schloss geistern.

Alte Poststrasse Berlin – Dresden

Bild des Postmeilensteins bei Motzen, Lkr. Oder-Spree, Brandenburg, gesehen auf einer Motorradtour Dahme Heideseen

Postmeilenstein bei Motzen, Lkr. Oder-Spree

Bevor sich die Runde unserer Motorradtour Dahme Heideseen schließt, stoßen wir bei Egsdorf auf die 1712 eingerichtete „Alte Dresdner Poststraße“, der wir bis Brusendorf folgen. Am Ortseingang von Motzen erinnert ein Postmeilenstein an die romantische, aber beschwerliche Postkutschenzeit.

 

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