Motorrad Reiseblog mit Touren, Tipps & Tricks

Motorrad-Zwangspause

Wie überstehe ich eine Motorrad-Zwangspause in der schönsten Saison? Ein kleiner Trost für alle, die das gleichfalls durchmachen müssen.

Mancher wird sich schon gewundert haben über die merkwürdige Funkstille, die seit einiger Zeit auf diesem Blog herrscht. Das liegt keinesfalls an etwaiger Schreibfaulheit oder daran, daß ich mich ersatzlos von meinem Motorrad getrennt hätte.

Hintergrund ist vielmehr eine große, sehr komplizierte Operation, der ich mich unterziehen mußte. Nach nur 3.000 Saisonkilometern und einer wehmütigen Abschiedstour (siehe Bild) war erst mal Schluß mit Lustig. Am Tag darauf schickte mich eine Anästhesistin ins Land der Träume, aus denen ich erst nach mehreren Stunden wieder erwachte. Mit einer riesigen Operationsnarbe am Bauch, die jedem Samurai Ehre gemacht hätte. Die einzige, der das Lachen nicht verging, war die Sommersonne, die unverdrossen in mein Krankenzimmer hereinstrahlte. Gerade so als wollte sie mich ermuntern, positiv in die Zukunft zu blicken.

Danach das volle Programm: Schonaufenthalt zu Hause mit Pendeln zwischen Bett und Tisch, anschließend Reha mit allem, was dazugehört. Und dann wieder „innendienstkrank“. Von da an ging es wieder spürbar aufwärts: Liebevoll umsorgt von meiner Frau und Sozia konnte ich auf unserer idyllischen Terrasse den Sommer genießen. Der Stapel meiner Bücher, die schon lange der Lektüre harrten, schrumpfte dahin. Und schließlich stimulierten mich Ausbildungsvideos für englische Motorrad-Streifenpolizisten und die Motorengeräusche vorbeifahrender Motorräder, die ich ihrem Sound nach zu identifizieren versuchte. Damit rückte die Rückkehr ins richtige Leben schon näher.

Du denkst an durchfahrene Länder.
– Rainer Maria Rilke, Erinnerungen

Unverzichtbares Begleitprogramm war und ist dabei Bewegungs- und Kräftigungsgymnastik, die mir die nötige Stabilität zum Motorradfahren wiederbringen soll. Um zu prüfen, wie es um Reflexe und Reaktionen bestellt ist, bin ich mit dem Auto eine meiner Lieblingsrunden in der Umgebung abgefahren, mit meiner Frau nebendran als Backup und kritische Begleiterin. Und siehe da, es klappte wunderbar.

So werde ich dann morgen in die Garage pirschen, die Kette reinigen, Luftdrücke prüfen und die Batterie aufladen. Auch wird es nicht schaden, ein paar Mal auf-und abzusteigen, eine Zeit lang mit geschlossenen Augen im Sattel zu sitzen und tief in mich hineinzufühlen. Dann sollte irgendwann in den nächsten Tagen der Neustart gelingen. Und die Motorradsaison wird einfach auf Herbst und Winter verschoben, komme, was da wolle. Dann wird es an dieser Stelle auch wieder (hoffentlich) Interessantes und Unterhaltsames zu Lesen geben. Versprochen.

Aktualisiert am 19/01/2025 von Christian

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