Auf zwei Rädern um die Welt

Lust auf Alpenpässe

Mit dem Motorrad ein Wochenende lang seiner Lust auf  Alpenpässe freien Lauf zu lassen ist kolossal spannend: Iséran, Galibier, Mont Cenis, Col du Télégraphe, Col de la Madeleine. Die Pässe haben spannende Geschichten zu erzählen. Für ein erfüllendes Bergerlebnis ist kluge Tourenplanung unerläßlich. 

Der Berg ruft

Nearer, my God, to Thee

Da die höchsten Alpenpässe erst ab Ende Juni/Anfang Juli befahrbar sind, mußte ich mich mit dieser Tour leider bis zum Hochsommer gedulden. Und wenn schon: Warum dann nicht gleich auf den Col d’Iséran, den höchsten auf einer befestigten Straße befahrbaren Alpenübergang? Oder den Galibier? Warum nicht auch über den Mont Cenis einen Abstecher nach Italien machen? Dafür gibt’s anschließend als besondere Zugabe noch den Col du Télégraphe und den vortrefflichen Col de la Madeleine. Fünf motorisierte Bergtouren in zwei Tagen.

Fernblick auf das Kurvenrevier

Am Freitag Nachmittag wartet die Maschine betankt und bepackt in der Garage. Der magische Druck auf den Anlasserknopf setzt den Motor in wohlige Bewegung. Schon nach zehn Minuten nimmt mich die Autobahn auf. Richtung Chambéry, auf das herrliche Bergland Savoyens zu.

Ich bin dankbar für den unerwartet mäßigen Verkehr. So kann ich voller Vorfreude auf das kommende Wochenende sehr zügig dahinrollen. Wie von selbst gibt nach einiger Zeit mein innerer Autopilot die intuitive Marschgeschwindigkeit vor.

Kaum hat mich das sommerfrische Fahrgefühl ergriffen, erhebt sich schon am Horizont die von Schönwetterwolken bekrönte Alpenkulisse. Von da an gewinnt die Berglandschaft den Charakter eines 3D-Kinos. Jeder Gedanke an Renntempo ist wie weggeblasen. Mit diesem Gefühl könnte mich theoretisch nicht einmal der kanariengelbe Ferrari neben mir an der Autobahntankstelle reizen. Aber der ist leider ein Cabrio.

Ich wundere mich nur, warum an einem solchen Bilderbuchwochenende kaum Motorradfahrer unterwegs sind. Auch als ich später auf der Terrasse meines Stammhotels in Séez sitze, ist der fly by von Motorrädern eher bescheiden. Hoffentlich ist es noch morgen früh so, wenn ich meiner Lust auf  Alpenpässe freien Lauf lassen werde.

Lust auf Alpenpässe
und gutes Essen

Gastronomisch hätte dieser Tag nicht schöner enden können: Eine Salade Savoyarde mit Beaufort-Käse, gefolgt von einer Gebirgsbach-Forelle mit Safransosse und einem Sabayon mit Waldbeeren. Dazu ein weißer Apremont aus Savoyen, mineralisch, kristallin und frisch. Ein idealer Begleiter für mein Fischlein.

Derweilen versinkt die Sonne tieforange hinter den Bergen und taucht die Osthänge in warmes Licht. Wenig später tauche ich in mein Bett und freue mich auf die morgendliche Bergstimmung. Die Nacht ist erfrischend ruhig. Alles, was ich höre, ist das Ticken meiner Armbanduhr auf dem Nachttisch.

*     *     *     *     *

Auf zum Iséran

Bild von einem Hotel in Séez in den französischen Westalpen als Ausgangspunkt für Motorradtouren mit viel Lust auf Alpenpässe

Mein Stammquartier in Séez

Ein fabelhafter Tag beginnt: Bilderbuchwetter mit wolkenlosem Himmel, sonnenbeschienenes Hochgebirge und Bergstraßen ohne Ende. Die Lust auf  Alpenpässe treibt mich hinaus.

Nach einem guten, wenn auch nicht unbedingt reichhaltigen Frühstück lasse ich mich die Serpentinen hinunter nach Séez rollen. In der örtlichen Bäckerei am Ortsausgang erstehe ich als erster Kunde des Tages ein knüppelartiges Brot. Frohgemut folge ich dem Wegweiser Richtung „Col d’Iséran“.

Erleichterung: Zu dieser frühen Stunde habe ich die Straße bis zum Gipfel ganz für mich. Die Zweiradfahrerwelt scheint noch im tiefen Schlaf zu liegen. Wie sagt der Prediger Salomo so schön:

Der Faule dreht sich im Bett wie die Tür in der Angel.
—  Sprüche 26, 11

Mir soll’s recht sein. Bergauf lasse ich es immer etwas frischer angehen. Die Serpentinenstrecke absorbiert meine ganze Aufmerksamkeit. Der Iséran läßt sich wunderbar und problemlos fahren. Bei Steigungen zwischen 7 – 12 % geht es flott nach oben. Die Kombination aus GS + Oehlins + Road Attack 2 ist in der Bergen einfach nicht zu schlagen. Vielleicht nur noch von KTM. Aber die ist mir etwas zu raubauzig.

Höhenrekord

Bild von einem Motorradfahrer am Iséran, dem mit 2.770 m höchsten auf befestigter Straße zu fahrenden Gebirgspass in Europa

Ehe ich mich versehe, bin ich bei 2.770 m auf der Paßhöhe angelangt. Die erste Rekordmarke für heute ist geschafft: Ich stehe jetzt auf dem höchsten auf einer befestigten Straße befahrbaren Gebirgspass der Alpen. Der eiskalte Wind bläst mir um die Ohren. 6° über Null zeigt das Thermometer. Aber die unendliche Ruhe und der weite Rundblick entschädigen mich über die Maßen.

Bild von einem BMW-Motorrad am Iséran mit Blick auf die Bergwelt

Blick von der Paßhöhe des Col de l’Iséran

Um mir die Beine ein wenig zu vertreten, umrunde ich noch die Iséran-Kapelle mit ihren wuchtigen Natursteinmauern. Ein lohnender Aussichtspunkt ist auch der „Belvédère de la Tarantaise“ an der Nordrampe auf ca. 2.530 m Höhe, der einen wunderschönen Ausblick auf Val d’Isère freigibt.

Hinunter ins Tal
und auf den
Mont Cenis

Bild vom Gipfelkreuz auf dem Mont Cenis mit grünen Almwiesen und einer hohen Bergkette im Hintergrund

Gipfelkreuz auf dem Mont Cenis

Bild von der Bergkapelle am Mont Cenis mit einem Feldweg im Vordergrund und einer Bergkette im Hintergrund

Bergkapelle am Mont Cenis

Mit bedächtiger Talfahrt lasse ich mir Zeit, das einzigartige Panorama zu genießen. Viel zu früh erreiche ich Lanslebourg im Tal des Arc. Von hier aus biege ich südwärts in die Berge ab Richtung Mont Cenis. Während aus der Gegenrichtung lange Karawanen italienischer Wohnmobile unnötigerweise den Verkehrsfluß lähmen, läuft es in meiner Richtung noch erfreulich gut. Der Grenzpaß zwischen Frankreich und Italien hat Erstaunliches zu bieten.

Europas höchster Stausee

Bild von einer Berglandschaft mit dem Lac du Mont Cenis im Mittelgrund und einer hohen Bergkette im Hintergrund

Am Lac du Mont Cenis

Nach 9,8 km Bergfahrt öffnet sich auf der Paßhöhe (2.083 m) ein herrlicher Blick über den Lac du Mont Cenis. Wie ein riesiger polierter Türkis liegt er da, eingebettet in das grüne Hochtal. Noch ein Rekord für heute: Ich stehe am Ufer des von höchstgelegenen Stausees Europas. Unter seiner Oberfläche schlummern die versunkenen  Ruinen eines früheren Hospizes und des Forts Cassa.

Kälterekord mit Zweitakter

Adalberto Garellis Zweitakter │ Bild: Museo della Scienza e della Tecnologia “Leonardo da Vinci”, Milano • CC BY-SA 4.0

Es gab auch früher schon Verrückte: Am 10. Januar 1914 bezwang der italienische Ingenieur und Rennfahrer Adalberto Garelli bei klirrender Kälte und tiefem Schnee den 1.925 m hohen Paß. Auf seinem ersten komplett selbst gebauten Motorrad mit 350-cm³-Zweitaktmotor, bei dem er zwei Kolben zur Gassteuerung (Doppelkolbenprinzip) verwendete. Es ging ihm darum, die Zuverlässigkeit des von ihm entwickelten Motors unter Beweis zu stellen. Was offensichtlich gelang.

Mont Cenis Summit Railway

Altes Bild von der Nordeinfahrt des Bahntunnels am Mont Cenis

Nordeinfahrt des Bahntunnels am Mont Cenis

Was vielleicht nur wenige wissen: Über diesen Paß verlief von 1868 bis 1871 (bis zur Eröffnung des Tunnels von Fréjus) die Lebensader des British Empire, die All Red Route. Britische Postzüge rollten durch Frankreich, quälten sich 77 km auf einer Steigung von bis zu 9 % über den Mont Cenis, um dann in Italien das Mittelmeer zu erreichen. Von dort aus ging es per Schiff durch den Suez-Kanal nach Indien und Hongkong. Überreste von Tunnels und der Trasse erinnern heute noch an diese Zeit.

Die südliche Paßrampe

Bild der Südrampe des Mont Cenis von der italienischen Seite aus gesehen mit dem Staudamm und einer Bergkette im Hintergrund

Südrampe des Mont Cenis, von der italienischen Seite aus gesehen

Was mich am Mont Cenis besonders reizt, ist die auf italienisches Gebiet führende südliche Paßrampe. Einige Kilometer passiere ich das östliche Seeufer, erreiche den aufgeschütteten Staudamm und folge dann einer gedrängten Serpentinenstrecke bergab. Ein Meisterstück alpiner Straßenbaukunst.

Daß ich dabei in guter Gesellschaft bin, erkenne ich nicht zuletzt an einem Fotografen, der in einer engen Kehre kauert und Bilder von schräglagesüchtigen Motorradfahrern schießt. Die Fotos sind dann in der nächsten Kneipe käuflich zu erstehen, wahrscheinlich zu einem saftigen Preis.

Daß ich in Italien gelandet bin, merke ich erst, als ich mich auf einem Parkplatz meines Pullovers entledige und das bekannte ENEL-Schild am benachbarten Trafohäuschen erspähe. Wie schön, daß Europa so eng  zusammengewachsen ist.

Col du Télégraphe

Bild vom Schild auf der Passhöhe Col du Télégraphe 1.566 m mit Weiterverweis zum Col du Galibier

Passhöhe Col du Télégraphe mit Weiterverweis zum Col du Galibier

Weil sie so schön ist, fahre ich die gleiche Strecke zurück über den Paß und erreiche bei Lanslebourg wieder das Tal der Maurienne. Einige Kilometer flußabwärts, bei Saint-Michel, biegt dann meine Route nach Süden ab. Eine 11 km lange Serpentinenstrecke führt über 854 Höhenmeter den Col du Télégraphe hinauf. Die Paßhöhe selbst liegt auf 1.566 m.

Der optische Telegraph

Eigentlich ist der Col du Télégraphe nichts weiter als ein nördlicher Vorpaß des noch höheren Galibier (2.645 m ). Der Name des Passes erinnert mich an den Telegrafenturm, den ich bei einer Motorradtour durch das Beaujolais besichtigt habe. Er gehörte zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu einem Netzwerk optischer Telegrafentürme in Frankreich. Dieser hier signalisierte auf der Linie Lyon – Turin – Mailand – Venedig. So muß man sich ihn vorstellen:

Bild von einem Telegraphenturm im Beaujolais mit einem Motorrad BMW R 1200 GS im Vordergrund

Ein Telegraphenturm, wie er früher auf dem Col de Télégraphe stand

Als ich mir auf der Paßhöhe einen Kaffee gönne, gerate ich in eine wahrhaft babylonischen Umgebung. Ich als schweigsamer Deutscher. Links neben mir ein Rudel redseliger Italiener. Hinter mir einige gutturierende Franzosen und dann noch eine Gruppe holländischer Radler. Bei allem Respekt, aber Radler sind eine andere Welt für uns Motorradfahrer.

Col du Galibier

Bild von Schildern auf der Passhöhe des Col du Galibier mit Angabe der Höhe (2.642 m), den nächstgelegenen Orten und der beiden Départements, auf deren Grenze die Passhöhe liegt

Auf der Passhöhe des Col du Galibier

Als ich mich nach einem halben Stündchen zur Weiterfahrt rüste, kann ich doch nicht dem Wegweiser zum Col du Galibier widerstehen – nur 18 km, das wäre doch zu schade. Diese zwei mal achtzehn Kilometer habe ich so wenig bereut wie selten etwas zuvor.

Der Galibier ist mit einer Höhe von 2.642 m der fünfthöchste befestigte Straßenpaß in den Alpen.  Fahrerisch ist er einfach Sonderklasse – trotz seiner durchschnittlichen Steigung von „nur“ 6 %.

Bild von der Auffahrt zum Col du Galibier mit Serpentinen talwärts und einem abgelegten Rennraf am Straßenrand

Kurvenreiche Auffahrt zum Col du Galibier

Wegen seiner majestätischen Gestalt und seiner phänomenalen Streckenführung zählt der Col du Galibier zu meinen Lieblingspässen. Er ist einer der berühmtesten Anstiege der Tour de France und komplettiert so, zusammen mit Alpe d’Huez, Mont Ventoux und Col du Tourmalet (davon ein andermal) meine Sammlung besonderer Pässe.

A côté du Galibier, les autres sommets sont de pale et vulgaire ‘bibine’; devant ce géant, il n’y a plus qu’a tirer son chapeau et saluer bien bas.

Gegen den Galibier sind alle anderen Gipfel schlicht und ergreifend nur ‘schwaches Gesöff’; da kann man zum Gruß nur ganz tief den Hut ziehen.

—  Henri Desgrange (1865 – 1940), Begründer der Tour de France

Ich winde mich in eine überwältigende Berglandschaft empor, finde mich bald im Reigen der umgebenden Gipfel und verspüre, trotz der zahlreichen Besucher, so etwas wie Bergeinsamkeit.

Europas höchste Verkehrsampel

Bild von der Verkehrsampel am Galibier-Scheiteltunnel in den französischen Westalpen

Europas höchste Verkehrsampel│© mossot • CC-BY-3.0

Auf dem letzten von insgesamt 18 Kilometern der Nordauffahrt öffnet sich das Portal des Scheiteltunnels. Zu beiden Seiten regelt eine Verkehrsampel den durch ihn geführten Einbahnverkehr. Mit einer Höhenlage von 2.574 m ist diese Ampel die höchstgelegene Lichtsignalanlage Europas. Noch ein Rekord am heutigen Tage.

Angesichts des umwerfend schönen Panoramas, vor allem auf dem Mont Blanc im Norden, verharre ich viel länger als geplant auf diesem Belvedere. Dann gondele ich die gleiche Strecke wieder talwärts zurück.

Abfahrt ins Tal der Maurienne

Bild von einem Picknick an der Maurienne mit einem Motorradhelm und einem Tankrucksack am Ufer und einem hohen Berg im Hintergrund

Picknick im steinigen Flußbett der Maurienne

An einem rauschenden Gebirgsbach, der Maurienne, finde ich einen sonnigen Picknickplatz. Der Aufbruch von diesem schönen Plätzchen nach der Rast fällt mir zugegebenermaßen nicht leicht.

Genau aus dieser Gegend stammte im 7. Jahrhundert der Mönch Thomas von Maurienne. Bei einer Pilgerfahrt nach Jerusalem hatte er eine Vision, er solle nach Italien zurückkehren und das Kloster Farfa in den Sabiner Bergen bei Rom wieder aufzubauen. Farfa ist einer meiner Anlaufpunkte bei Motorradtouren durch die Abruzzen. Wie sagt man so schön: Man sieht sich immer zweimal.

Opinel-Messermuseum

Bild vom Musée Opinel St-Jean-de-Maurienne, besucht bei einer Motorradtour mit viel Lust auf Alpenpässe

Musée Opinel St-Jean-de-Maurienne │ © Office de Tourisme, St-Jean-de-Maurienne

Auf der Landstraße erreiche ich in sanften Schwüngen mein Etappenziel St.-Jean-de-Maurienne. Gerade noch bleibt mir ein wenig Zeit zum Besuch des Musée Opinel: Hier ist der Stammbetrieb, der Firma, die die bekannten einfachen Klappmesser herstellt. Der Museumsladen bietet das gesamte Sortiment feil. Wer Mitbringsel sucht …Interessant ist auch der Film über die Messerherstellung.

In einem kleinen Lokal gönne ich mir im Hotel erst einmal eine Pizza nebst zwei Bier und hinterher eine wohlverdiente Mütze Schlaf. Dann reicht es aber auch. Call it a day.

*     *     *     *     *

Col de la Madeleine

Bild von einem BMW R 1200 GS Motorrad am Col de la Madeleine, im Vordergrund die Ausschilderung der Passhöhe und der nächstgelegenen Ortschaften, im Hintergrund die teilweise verschneite Lauzère-Kette

Zu früher Stunde ganz alleine in der hohen Bergwelt

Vor Tag und Tau bringt mir der Nachtportier mein Hotelfrühstück. Noch vor Sonnenaufgang entschwinde ich durch die kühle Morgenluft Richtung Col de la Madeleine. Bergan wird mir sehr schnell klar, warum dieser Paß auf der Tour de France „HC“ firmiert, „hors catégorie“. So häßlich die 10 %ige Steigung und die 180°-Kehren für die Radler auch sein mögen: Ich genieße jeden der 19 Kilometer in vollen Zügen mit offenen Drosselklappen.

Auf der Paßhöhe von 1.993 m angelangt, bin ich mutterseelenallein. Die Ankunft auf der Passhöhe mit klarem Bergblick auf die Lauzière-Kette bietet ein Erlebnis der Sonderklasse.

Bild vom Bergblick vom Col de la Madeleine mit Strommasten im Vordergrund und der teilweise schneebedeckten Lauzière-Kette im Hintergrund

Gebirgspanorama vom Col de la Madeleine

Ich suche mir ein Panorama-Bänkchen, stöpsele die Kopfhörer in mein Telefon und drehe auf. Richard Strauß, “Eine Alpensymphonie”. Großartig. Eine knappe Stunde lang versetze ich mich in eine andere Welt. Nur zögerlich kehre ich dann zur Maschine zurück, setze die Mechanik in Bewegung und überlasse uns der Gravitation.

Auch bei der anschließenden Talfahrt bin ich mutterseelenallein. 28 km geht es hinab, über unzählige Serpentinen und bei einem Gefälle von bis zu 10 %. Mein Blick richtet sich nach unten auf zahllose Mäander, Felsformationen und Wasserfälle. Ich öffne das Visier, denn jetzt am sehr frühen Morgen verströmt die üppige Gebirgsflora ihren Duft am intensivsten.

Unvermittelt hat mich in Feissons-sur-Isère die Zivilisation wieder. Der Anblick von Häusern, Kreuzungen und Parkplätzen katapultiert mich zurück in den nüchternen Alltag.

Bild von einem BMW-Motorrad mit Verkehrsschilder am Col de la Madeleine in den französischen Westalpen

Honni soit qui mal y pense

Unwillig folge ich der Nationalstraße 90 und dann der Autobahn. Aber es geht nun einmal nicht anders.

Denn auf den Bergen, ja, gilt die Freiheit,
Ja auf den Bergen ist es gar so schön …
—  Bayerische Volksweise.

 

 

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