Motorrad Reiseblog mit Touren, Tipps & Tricks

Frauen und Motorrad│Daten Fakten Hintergründe

Warum rangiert der Anteil der Motorrad fahrenden Frauen trotz optimaler Rahmenbedingungen seit Jahren auf niedrigem Niveau? Was sind die Hintergründe?

Motorrad fahrende Frauen – ein Phantasma?

Was gehört zu den erfreulichen Begegnungen auf einer Motorradtour? Die gemeinsame Rauchpause mit einem Gleichgesinnten auf der Passhöhe? Der Tourentip eines Motorradveteranen, dem die Erscheinung eines Eisenrosses immer noch ein Blitzen in die Augen zaubert?

Sicherlich. Für mich sind es aber immer wieder Frauen auf dem Motorrad. Die eigene sowieso und unwiderruflich. Aber auch die zufällige Begegnung mit einer unbekannten Amazone, die an einer Tankstelle oder auf einem Parkplatz ihre Maschine auf den Seitenständer geschoben hat. Unprätentiös, umgänglich, abenteuerlustig. Eine, die ganz einfach dazugehört.

Doch solche Anblicke sind äußerst rar. Warum nur, bei meinen vielen Tourenkilometern? An meinem wachen Auge kann es wohl kaum liegen. Und meine Sozia Christine hat einen untrüglichen Instinkt dafür, ob unter dem Motorradhelm eine Frau oder ein Mann vorbeidonnert.

Darüber hinaus begegnen uns Frauen auf dem Motorrad nicht nur in der realen Welt in homöopathischer Dosierung, sondern auch in der virtuellen. Wer nach dem Begriff „Frauen Motorrad“ sucht, stößt zu allererst auf Vorschläge wie „Einsteigermaschinen für Frauen“, „Motorradbekleidung für Frauen“ oder er landet auf einem Dating-Portal. Dann folgt schon bald die Aufforderung „Unangemessene Bilder melden.“

Entwicklertools liefern für diese Wortkombination ein eigenartiges Ergebnis: „Phantasmen“. Will heißen: „Sinnestäuschung, Trugbild, Traumbild, ein von der Gottheit gesandtes Vorzeichen“. Soll das ein Omen sein für die Existenz von Frauen auf dem Motorrad?

Und es gibt sie doch

La donna è mobile
—  Giuseppe Verdi, Rigoletto, 3. Akt

Ja, es gibt sie. Meine Tochter zum Beispiel, mit der ich (vor ihrer Kinderpause) Tausende von Kilometern durch die Lande gefahren bin. Gelegentlich trifft man Frauen als wingwoman im Gefolge ihres Partners oder – wie in meinem Falle – als Sozia. Nicht zu vergessen: Die Siegespalme der Iron Butt Rally 2019 von Alaska nach Florida (20.920 km) ging an eine Frau: Wendy Crockett auf einer Yamaha FJR 1300 mit fast einer halben Million Kilometern auf der Uhr.

Im Internet zeigen Motorrad fahrende Frauen eine unübersehbare Präsenz. Wenig verwunderlich, daß die Motorradhersteller seit langem das Marktpotential weiblicher Motorradfahrer erkannt und sehr aktive, gut fahrbare Maschinen auf die Räder gestellt haben: Kawasaki Z 650, Yamaha MT-07 oder Honda CMX 500 Rebel sind in Deutschland die großen Favoritinnen der holden Weiblichkeit (Schon aufgefallen? Motorräder sind weiblich!).

Vom ständig wachsenden Angebot an Motorradbekleidung in Frauengrößen ganz zu schweigen. Amerikanischen Marketingunternehmen zufolge geben Frauen pro Jahr rund ein Viertel mehr für Dinge rund um das Motorrad aus als Männer. Wenn der Markt für Frauen auf dem Motorrad derart gewachsen ist, müßten doch eigentlich unterwegs mehr von ihnen unterwegs anzutreffen sein, oder?

Mögen Frauen keine Technik?

Daß Frauen eine Scheu vor der Technik haben sollen, speziell beim Motorrad, halte ich für Unfug. Selten habe ich mehr Herzblut wallen sehen als am Montageband des Ducati-Motorenwerks in Borgo Panigale, wo reihenweise junge Frauen Testastretta-Aggregate zusammenbauen. In England schrauben einer Statistik zufolge 41 % der Motorradfahrerinnen an ihren Maschinen herum und kümmern sich selber um den Service. Möglicherweise haben Frauen einen anderen, nicht primär technischen Zugang zur Motorradwelt. Das besagt aber noch lange nicht, daß sie nichts von Technik verstehen (lernen) oder damit umgehen können.

Haben Frauen Scheu vor dem Motorradfahren?

In einer mobilen Gesellschaft, die vom E-Bike über Motorroller und Kleinkraftrad bis zum Motorrad alles nutzt, was sich auf zwei Rädern bewegt, darf man Frauen keine grundsätzliche Scheu vor dem Motorradfahren unterstellen. Widerwillen gegen Wind und Wetter gibt es bei beiden Geschlechtern ebenso wie die Scheu vor dem Risiko. Daß Frauen vielfach einen anderen Fahrstil pflegen als Männer, ist nicht unnatürlich und hat nicht zwangsläufig etwas mit der Fahrqualifikation zu tun.

Im Extrem habe ich dies bei der Rückfahrt vom MotoGP in Mugello auf der Autobahn nach Rom erlebt: Drei Pärchen, die ich dort kennengelernt hatte, nahmen mich in ihre Mitte. „Fahre einfach so wie wir, dann ist schon alles apposto“, kicherten die Mädels. Dann begann eine Höllenfahrt durch die Apennin-Tunnels, die jungen Damen auf ihren Ducatis immer dicht vor und neben mir. Erkenntnis: Frauen können toll fahren, wenn sie wollen und es sich trauen.

Faktencheck: Wieviele Frauen fahren Motorrad?

Banale Antwort: Wir wissen es nicht genau. Trotz vielfältiger mittlerweile verfügbarer Statistiken (s. u.) bleibt es schwierig, den Anteil der aktiv Motorrad fahrenden Frauen exakt zu ermitteln. Woran liegt das?

  • Zunächst ist es problematisch, auf welche Daten man sich dabei stützen will. Die nüchterne Statistik gibt nicht auf alle Fragen eine brauchbare Antwort. Zudem geistern Zahlen und Quoten durch die Welt, die einer statistischen Nachprüfung oft nicht standhalten. Vielfach werden sie unbesehen und vergröbert in den Medien durchgereicht. Darüber hinaus erfordert eine aussagekräftige Zahleninterpretation auch, Grauzonen, Dunkelziffern und die Dynamik zu berücksichtigen, die in diesen Zahlenwerken stecken.
  • Eine Antwort auf die Frage nach der Zahl der Motorrad fahrenden Frauen könnte der statistisch belegbare Besitz eines Motorradführerscheins Demzufolge besaßen im Jahr 2020 rund 5,8 % der Frauen einen Motorradführerschein, Männer zu rund 26,2 %.
    Doch ist dabei Vorsicht geboten, denn die offiziellen Angaben zum Besitz eines Motorradführerscheins bei Frauen beruhen auf demoskopischen Umfragen (computergestützten persönlichen Interviews). Dies führt naturgemäß zu gewissen statistischen Unschärfen. Vor allem erfaßt die Statistik nur Kartenführerscheine, die nach dem 1. Januar 1999 ausgestellt wurden. Damit bleiben Frauen unberücksichtigt, die noch einen (bald umzutauschenden) „Lappen“ besitzen.
  • Offen bleibt dabei immer noch, wie viele aktive Motorradfahrerinnen tatsächlich hinter diesen Zahlen stecken. Bei vielen mag es ähnlich sein wie bei meiner Frau, die zwar einen Führerschein der Klasse CE besitzt, aber keine LKW mehr fährt. So ziert sie jetzt nur noch die KBA-Statistik und den Sozius-Sitz meiner Maschine.
  • Zudem beobachten wir das Paradoxon, daß einerseits der Bestand an Motorradführerscheinen zwar kontinuierlich steigt (von 11,8 Mio. in 2006 auf 17,3 Mio in 2021), andererseits aber die Zahl der jährlich erteilten Motorradfahrerlaubnisse seit 2016 stetig sinkt (auf 213.500 in 2021). Dieser Rückgang schließt naturgemäß einen Frauenanteil ein.
  • Ein wichtiger Schlüssel liegt in der Frage nach der Zahl der auf Frauen zugelassenen Motorräder. Von welcher Größenordnung sprechen wir dabei? Am 01.01.2021 waren in Deutschland knapp 4,5 Mio. Krafträder zugelassen. Da diese Statistik allerdings (seit 2009) vorübergehend angemeldete Krafträder nicht berücksichtigt, ergibt sich eine weitere Unschärfe des Bildes in Bezug auf die Geschlechterverteilung der Halter. Vom ganzjährig zugelassenen Bestand entfielen demnach 86,61 % auf Männer, 13,39 % auf Frauen.
    Darüber hinaus schließt die Zulassungsstatistik pauschal auch dreirädrige „TukTuks“ und Quads ein, was ebenfalls zur Verzerrung des Gesamtbildes beiträgt.

Die amtliche Zulassungsstatistik liefert folgende Einsichten:

Vielleicht gewinnen wir ein aussagekräftigeres Bild zum Thema „Frauen und Motorrad“, wenn – wie das Bundesverkehrsministerium angekündigt hat – der umfangreiche Datenbestand des Kraftfahrt-Bundesamtes („eine der größten und interessantesten Datenquellen überhaupt“) für die wissenschaftliche Forschung freigegeben wird. Mal sehen.

Das „Familienmotorrad“

Fokussiert man auf „Motorräder“ im engeren Sinn, wäre ein Blick auf die von Frauen versicherten Maschinen hilfreich. Die deutsche Versicherungswirtschaft liefert zwar keine Angaben hierzu. Jedoch präsentiert die „Motorrad-Studie“ des Vergleichsportals Verivox vom 16.01.2020 interessante Zahlen. Bei der Auswertung der Versicherungsabschlüsse unter Einschluß von geschlechtsspezifischen Besonderheiten der Motorradszene kommt sie auf einen durchschnittlichen Anteil der auf Frauen zugelassenen Motorräder von 9,9 %. Der maximale Frauenanteil lag dabei mit 14,4 % in der jüngsten Alterskohorte (18 bis 29 Jahre).

Aber auch hierin liegen Unschärfen: Es bleibt zu berücksichtigen, daß nicht alle Frauen ihre Motorräder selbst versichern, sondern auf ein anderes Haushaltsmitglied zulassen. So geschehen auch bei mir. Die erste Maschine meiner Tochter lief auf meinen Namen. Zudem muß berücksichtigt werden, daß es auch Frauen gibt, die eine der im Haushalt vorhandenen Maschinen mitbenutzen, ohne daß ihr eigener Name in der Zulassungs- oder Versicherungsstatistik auftaucht. Gleiches gilt für Leasingmaschinen, die auf juristische Personen zugelassen sind.

Unter Berücksichtigung aller statistischen Lücken und Unschärfen erscheint damit eine Gesamtquote der Motorrad fahrenden Frauen zwischen 10 und 13 % durchaus realistisch. Ein verläßliches Ergebnis wäre erst anhand detaillierter Statistiken möglich. Diese sind aber – zumindest öffentlich – nicht zugänglich.

Motorrad fahrende Frauen in Frankreich

Frankreich gilt als Land, in dem Frauen mit großer Selbstverständlichkeit in alle Bereiche des öffentlichen Lebens integriert sind. Gleichwohl sind auch hier Frauen auf dem Motorrad eine eher seltene Ausnahme. Wie sieht in unserem Nachbarland die Praxis aus?

Die Versicherungswirtschaft liefert dazu folgende Schlüsselzahlen:

  • Der Anteil der auf Frauen zugelassenen Motorräder beträgt 6,46 % (2018).
  • Die Altersgruppe zwischen 18 und 35 Jahren ist mit 72 % bei Motorrad fahrenden Frauen am stärksten vertreten (bei Männern: 63 %).
  • Bei Typenauswahl und  Nutzung des Motorrades gibt es keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen.
  • Beliebteste Frauen-Bikes sind Kawasaki Z 650, Yamaha MT-07 und Honda Rebel. Diese drei Twins führen die Liste der von Januar bis Juni 2018 am häufigsten auf Frauen zugelassenen Neumaschinen an.
frauen und motorrad: thierry mugler motorradfahrerin

Motorradfahrerin als futuristische Vision des französischen Modedesigners Thierry Mugler (+ 23.01.2022): Bustier „Motorradverkleidung“ , Prêt-à-porter Frühjahr-Sommer 1992

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt die Tageszeitung Le Monde: An ausgewählten verkehrsreichen Kreuzungen im Großraum Paris ließ sie zu verschiedenen Jahres- und Tageszeiten Verkehrszählungen durchführen: Wer fährt welches Zweirad? Nach dem Auswahlkriterium Motorrad/Mann/Frau betrug der gezählte Frauenanteil 7,6 %.

Die Metropolitanregion Île de France, also der Ballungsraum Paris, ließ Zweiradfahrten im Individualverkehr auf Nutzer und Nutzerinnen untersuchen. Sie kam auf dabei auf einen Frauenanteil von 13 %. Allerdings umfaßte die untersuchte Fahrzeugkategorie neben Motorrädern auch Leichtkrafträder und Motorroller – von denen letztere gerade bei jungen Frauen in Frankreich sehr beliebt sind.

Motorrad fahrende Frauen in Italien

Wie sieht es mit den Frauen in Italien aus, dem größten Motorradmarkt Europas? Hier weht im Vergleich zu den anderen großen Motorradländern ein ganz anderer Wind, denn es gilt die Devise: „Die Trennlinie verläuft nicht zwischen Männern und Frauen, sondern zwischen denen, die Motorrad fahren und jenen, die nicht Motorrad fahren“.

Der Einstieg in die Zweiradwelt erfolgt für Italienerinnen völlig normal über Motorroller oder Motorino. Zum kernigeren Motorrad ist es dann nur ein kleiner Schritt. Die für Deutschland typischen „Einsteigermotorräder“ oder „Frauenmotorräder“ zwischen 600 und 1.000 ccm verkaufen sich in Italien an Frauen nicht sonderlich gut. Sie fahren am liebsten die gleichen Maschinen wie die Männer, vorzugsweise Ducati Monster, Ducati Diavel oder Supersportler.

Liste der meistverkauften motorraeder in italien im jahre 2019

Die 10 meistverkauften Motorräder in Italien 2019  – Quelle: Ministero delle Infrastrutture e dei Trasporti, Roma

Motorradfahren ist für die Italienerin vor allem eine Herausforderung, neues kennenzulernen – nicht nur Landschaften, sondern auch sich selbst, die eigene Wahrnehmung und den eigenen Fähigkeiten.

Motorrad fahrende Frauen in England

Die britische Verkehrsstatistik (2016) basiert auf einem Bestand von 1 Mio. steuerpflichtig gemeldeten Motorrädern und einer Gesamtzahl von 5 Mio. Führerscheininhabern der vergleichbaren Klasse A. Von diesen wiederum sind 525.000 Frauen, was einer Quote von 10,5 % entspricht. Aus diesen Zahlen errechnet sie, daß nur 20 % der Führerscheininhaber wirklich aktive Motorradfahrer sind.

Übertragen auf die Frauenquote würde dies bedeuten, daß (bei 20 % von 525.000 Frauen) nur 105.000 Frauen in GB aktiv Motorrad fahren. Diese Zahl entspräche einem Frauenanteil von 9,5 % an der Gesamtzahl der Motorradfahrenden.

Hinsichtlich der jährlichen Fahrleistung weist die Verkehrsstatistik signifikante Unterschiede zwischen beiden Geschlechtern aus: Frauen fahren jährlich 63 % weniger als Männer (4.410 gegenüber 7.049 km) und unternehmen im nationalen Vergleich nur 10 % der mit dem Motorrad getätigten Fahrten. Auf die Fahrtstrecken bezogen bedeutet dies: Nur 9 % der jährlich in GB mit dem Motorrad gefahrenen Strecken werden von Frauen zurückgelegt.

Diese Zahlen erscheinen kompatibel mit den Angaben der britischen Versicherungswirtschaft. Diese kommt aufgrund der längerfristig getätigten Versicherungsabschlüsse für Motorräder auf eine Frauenquote von 8 %. Sofern eine Mehrfachnutzung der auf einen Partner angemeldeten Motorrädern unterstellt wird, liegt die Frauenquote damit  grosso modo im europäischen Durchschnitt.

statuette einer amazone zu pferd als symbol für frauen auf dem motorrad

Eleganz, Kampfesmut und hohe Reitkunst: Statuette einer Amazone aus Herculaneum | Museo Archeologico Nazionale di Napoli

Fazit

Mit dem kontinuierlichen Anstieg der Führerscheininhaber der Klasse A in den vergangenen Jahren hat auch die Zahl der Frauen in dieser Kategorie zugenommen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern auch für die bedeutsamsten Motorradmärkte und -nationen in Europa: Italien, Frankreich und Großbritannien. Trotz gegenüber der Vergangenheit deutlich verbesserter Rahmenbedingungen – leicht fahrbare Motorräder, frauengerechte Ausrüstung, erhöhte soziale Akzeptanz – stagniert die Quote der aktiv motorradfahrenden Frauen  in den genannten Ländern seit Jahren auf einem relativ konstanten Niveau von knapp über 10 % der motorradfahrenden Personen.

Die Gründe hierfür herauszuarbeiten wäre eine Aufgabe der empirischen Sozialforschung. Als Arbeitshypothese, warum aktiv motorradfahrende Frauen ein eher selten anzutreffendes Phänomen sind, können jedoch aus der fahrerischen Praxis folgende Überlegungen ins Spiel gebracht werden:

  • Geringere Zugkraft des Faszinosums „Technik“ und geringere Begeisterung für das physikalisch-technische System „Motorrad“ als Motivation für den Einstieg in die Motorradwelt;
  • Zurückhaltung gegenüber einem sozialen Umfeld, das in seiner Zusammensetzung und seinen Verhaltensweisen als männlich dominiert empfunden wird;
  • Einfluß der Lebens- und Familienplanung und insbesondere des Partners;
  • Sorge um die zurückbleibenden Kinder, wenn beide Elternteile zugleich fahren;
  • Zeitliche Beanspruchung durch Kinder oder Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger;
  • Durch die vorstehenden Faktoren bedingt: Dominanz anderer Formen der Freizeitgestaltung, sozialer Bindungen und Mittel der Fortbewegung.

Dennoch kann ich alle begeisterungsfähigen Frauen nur ermutigen, sich in die wunderbare Erlebniswelt des Motorradfahrens hineinzutrauen.

Für euere Erlebnisse, Erfahrungen und Meinungen zum Thema „Frauen auf dem Motorrad“ wäre ich sehr dankbar!

 

Aktualisiert am 24/05/2022 von Christian

Comments (28):

  1. Susanne

    21. Juli 2020 at 09:55

    Hallo Christian, vielen Dank für den aufschlussreichen Artikel. Bin gespannt, nach meiner Honda XL 500 R in den 90igern fahre ich seit 2012 die V-Strom DL 650, kaufte mir wegen unwiderstehlicher Gelegenheit eine Intruder 800 VL die nun meine Freundin fährt. Gekauft habe ich diese Chopper für die alten Tage 🙂 . In Ba-Wü , Löwenstein lag auf dem Arbeitsweg, traumhaft, fanden sich die Strecken wie von selbst, nun in Berlin-Brandenburg bin ich auf Deine Tipps und das erste ADAC-Fahrtraining am Samstag gespannt. Freu mich Biker wie Dich zu treffen, angenehmste Begegnungen waren das bisher (bisher war ich gern Solo unterwegs) . linke Hand zum Gruß, Susanne

    Antworten
    • Christian

      24. Juli 2020 at 17:20

      Hallo Susanne,
      vielen Dank, daß Du meine Überlegungen so positiv aufgenommen hast. Hauptsächlich wollte ich sagen: Es ist noch viel Platz für Frauen in der Motorradgemeinschaft. Nur zu! Und noch eines: Das mit den „alten Tagen“ ist sicher nicht Dein Ernst, oder? Motorradfahren ist ein herrliches Wellnessprogramm und da fährt man, solange es geht, verantwortbar ist und womit man sich am besten fühlt. In diesem Sinne:
      Allzeit gute Fahrt und viele Grüße
      Christian

      Antworten
  2. Beate Paul

    5. August 2020 at 07:14

    Hallo Christian, ich habe vor sieben Jahren, mit Anfang 50 meinen Motorradführerschein gemacht, dank meiner besseren Hälfte, die mich dazu motiviert hat. Seitdem fahre ich jede Saison zwischen 7 – und 8000 km. Muss leider zugeben, dass ich mich um das Technische weniger kümmere, dafür für die Streckenplanung verantwortlich bin. Zur Zeit bin ich mit meiner R1200RS Dank deiner tollen Infos rund um Berlin unterwegs.
    ✌️Viele Grüße Beate

    Antworten
    • Christian

      5. August 2020 at 19:41

      Hallo Beate, ich werde mal nach einer RS Ausschau halten! Viel Spaß noch bei diesem schönen Sommerwetter. Viele Grüße, Christian

      Antworten
      • Beate Paul

        10. August 2020 at 23:29

        👍

        Antworten
  3. Ute

    27. April 2021 at 11:40

    Hallo Christian, ich habe zwar seit über 20 Jahren den Schein,aber diesen Lebenstraum habe ich mir erst 2018 mit knapp 50 erfüllen können. Ich fahre meine 98er Honda Hornet Sommer wie Winter und versuche technische Sachen selbst zu machen. Da ich in der Nähe von Aachen wohne, ist die Eifel nicht mehr weit und da kam schon manches Ründchen durch die Serpentinen zusammen. Also für mich ist Motorradfahren pure Leidenschaft !
    Die Linke zum Gruß 👈 und alles Gute weiterhin.

    Antworten
    • Christian

      27. April 2021 at 17:24

      Hallo Ute, ich freue mich sehr über Deinen Kommentar. Daumen hoch!!! Meine Tochter fährt auch eine Hornet (2005), ein tolles Maschinchen, das ich mir gerne mal zocke, wenn ich darf.
      Herzliche Grüße und eine gute, unfallfreie Fahrt mit vielen schönen Erlebnissen.
      Christian

      Antworten
  4. Angi

    24. Mai 2021 at 11:00

    Hallo Christian, vielen Dank für den Artikel. Ich hab mich köstlich amüsiert! Ich fahre eine R1200GS seit 2019. Meinen Führerschein habe ich erst 2016 mit Ü40 gemacht. Zum Einstieg bin ich eine F650GS gefahren. Und jetzt kann ichs gar nicht mehr lassen, hab einige Fahrtrainings gemacht, auch Endurotrainings und wir fahren auch große Touren. Ich komm mit der GS super klar, da ich groß bin absolut kein Problem. Da darf sich Frau schon auch dran wagen😉 Sehr hilfreich war für mich zum Einstieg der Helmfunk, da hast das Gefühl, nicht allein zu sein. Und ich glaube, dass viele Mädels gleich wieder hinschmeissen, wenn die Mannsbilder keine Geduld und Rücksicht mitbringen, bis der Knopf geplatzt ist.
    Was allerdings noch immer ein echter Nervfaktor ist, sind die Klamotten. Ich hab schon echt einiges durch, aber nichts passt richtig, immer hast das Gefühl, dass das nur ein bisschen veränderte Männerschnitte sind. Auch gibts praktisch keine vernünftigen Stiefel für Frauen, in den Männer Enduro Stiefeln schwimmst rum wie im Freibad. Da muss noch was passieren! LG und allzeit gute Fahrt Angi

    Antworten
    • Christian

      26. Mai 2021 at 20:38

      Hallo Angi, ich habe Dir eine ausführliche PN geschrieben. Für weitere Ratschläge bin ich gerne da. Viele Grüße, Christian

      Antworten
  5. Christine

    20. August 2021 at 18:23

    Hallo Christian,
    Das hast du echt schön geschrieben!
    Ich halte auch immer Ausschau nach (selbst-) fahrenden Mädels, aber die sind tatsächlich nicht sehr dicht gesät. Ich selbst habe den Schein seit ich 18 bin, das war damals in den frühen 80ern schon eine Seltenheit als Mädchen. Habe dann 2016 nach Kindern und Pferden mit einer Suzuki Bandit 600 wieder angefangen und fahre seit 2018 eine wunderbare Triumph Speed Triple 1050, BJ 2010. Interessant die Reaktionen der Vorwiegend männlichen Biker bei den Pausen ( ich bin mit meinem Freund und dessen Yamaha Fazer unterwegs)
    „Ach, DU fährst die…!!“
    Einer, der mal ein Stück mit uns mit fuhr, meinte tatsächlich mal „also, für eine FRAU fährst echt gut…“
    Fand ich völlig dämlich ganz ehrlich…. entweder fahre ich gut oder nicht …..
    Er fuhr übrigens eine BMW GS, ich hätte um ein Haar mal mit ihm getauscht, wäre sicher interessant gewesen, plötzlich eine Speedy mit ohne ABS usw in die Kurven zu kriegen….🤣
    Schlussendlich ist Mopedfahren einfach saugeil,
    Die Linke zum Gruß
    Christine

    Antworten
    • Christian

      22. August 2021 at 12:40

      Hallo Christine,
      sorry für meine verspätete Rückmeldung, ich war auf Tour. Ich freue mich, daß Du meinen Beitrag zu dieser nicht unsensiblen Thematik positiv aufgenommen hast ebenso wie über Deinen wohlwollenden Kommentar dazu. Vielen Dank! Wo sonst als unterwegs auf der Straße bietet sich noch die leider selten gewordene Möglichkeit, auf altmodische Weise Ritterlichkeit zu zeigen?
      Wäre ich Alleinfahrer, käme die Speed Triple sicherlich in die erste Wahl. Die Fazer bin ich übrigens auch sehr gerne gefahren.
      Genieße jeden Kilometer und komm immer gut wieder heim. – Liebe Grüße
      Christian

      Antworten
  6. Frau Mirtana

    12. Februar 2022 at 23:41

    Ich selber habe den Führerschein fürs Motorrad erst zwanzig Jahre nach dem fürs Auto gemacht … Und stolperte über diesen wunderbaren Beitrag, als ich eigentlich aus einer spontanen Eingebung in den Weiten dieses Internets nach “Gründen um als Frau Motorrad zu fahren” suchte. Interessant, daß ein von einem Mann geschriebener Artikel zu dem Thema so viel mehr hergibt als die meisten von Frauen verfassten, die mir so über den Weg liefen … Ich bin sehr häufig solo unterwegs mit meiner Deauville und ich treffe irgendwie selten selber fahrende Frauen.

    Was ich schade finde. Es gibt nichts Schöneres als die Welt mit dem Motorrad zu entdecken.

    Antworten
  7. Ela

    17. April 2022 at 20:35

    Hallo Christian, ich freue mich über Deinen Artikel, auch weil er Frauen ihr Potenzial aufzeigt und dass nicht nur sie die Verantwortliche für Familie sind.
    Ich bin Mitte 50 und fahre seit 14 Jahren; Mein Lebensziel ist es bis zum Exitus (Tod) ein Viertel aller Länder dieser Erde mit einem Motorrad zu befahren. „Teaser“ (Auslöser) war die Sendung „the Long Way Around“. Ich bin auch in Frauenvereinigungen: In einem Frauennetzwerk, dem Hexenring, der schon seit 1979 besteht und Frauen gegenseitig sich Hilfe geben und in der WIMA (Womens International Motorcycling Association). Es ist toll nach Neuseeland zu reisen und gleich Freundinnen zu haben, mit denen frau sich treffen kann.
    Ladies, wir können so viel bewegen und uns unterstützen! Vernetzt Euch, trifft andere Frauen, es gibt Euch neue Ansichten, neue Freundinnen und ein super Lebensgefühl: Egal, was Deine Grenzen bisher waren: Das was Du erreichen möchtest, ist machbar und viele Motorradschwestern helfen Dir dabei.
    Liebe Grüße
    Ela

    Antworten
    • Christian

      18. April 2022 at 15:25

      Wer auch immer im Sattel sitzt und die Welt auf zwei Rädern erobert – es bleibt die stete Überraschung, was in einem steckt. Wie stand schon über dem Eingang des Apollo-Tempels in Delphi? Erkenne dich selbst!
      Liebe Grüße
      Christian

      Antworten
  8. Nadja

    13. Juni 2022 at 09:29

    Hallo Christian, ich habe meinen „Moped-Schein“ tatsächlich erst seit ca. 2 Wochen (offener) und bin auch erst 400 km mit meiner Kawsaki Z400 unterwegs. Ich bin erst 25 und dazu noch blutiger Anfänger. Tatsächlich sehe ich viele Frauen auf dem Zweirad in meiner Umgebung und dass teilweise auf Maschinen mit gewaltig viel Hubraum. Für mich als Anfängerin ist meiner Meinung nach die 400 völlig ausreichend, da der Respekt vor dem Fahren und teilweise noch leichtes Unbehagen bei mir vorherrschen. Aber ich denke schon, dass der Zugang zur Motorradwelt primär noch den Männern „in die Wiege“ gelegt wird als den Frauen, zumindest bin ich die Erste in meiner engen Familie die fährt. Und die Begeisterung hielt sich in Grenzen, als ich verlauten ließ den offenen Schein anzugehen. Ich glaube einfach, dass wir Frauen noch in vielerlei Dingen unterschätzt werden, zumindest fängt es schon im Kleinen an, da man als Mädchen hauptsächlich nicht in die Welt der motorisierten Fortbewegungsmittel und technischen Know-Hows reinwächst wie die Jungs (Ausnahmefälle bestätigen die Regel), jedenfalls war dies so meine Lebenserfahrung. Aber kaum habe ich den Schein, ist die Begeisterung und der Anklang groß, sogar mein überbesorgter Vater konnte seinen Stolz nicht verbergen als ich die Kawa das erste Mal auf seinen Hof fuhr. Man (haha, bzw. Frau) muss sich halt nur trauen, wir leben ja in einem eigentlich tollen Jahrhundert mit vielen Möglichkeiten für alle Menschengruppen (leider noch nicht in allen Teilen dieser Welt, das ist schade…). Ich freue mich riesig auf die Saison, auf die sehr offenen Menschen in der Community und auf sauber gefahrene Kurvenlinien (da herrscht noch reichlich Übungsbedarf bei mir ;)). Danke für den interessanten Artikel!

    Antworten
    • Christian

      26. Juni 2022 at 21:01

      Hallo Nadja,
      nach Rückkehr von einer ausgedehnten Schweden-Tour (daher sorry für meine verzögerte Antwort) kann ich Dir berichten, daß ich noch nie so viele Frauen mit Nonchalance habe Motorrad fahren sehen wie im Land der Blau-Gelben. Ganz locker, und gut dazu. In Gotland haben wir 250 Frauen bei einen Bikerinnen-Treffen erlebt, da war ordentlich was los. Alles mit dem Maß an Normalität, von dem ich in meinem Beitrag (wünschend) geschrieben habe. Es geht also. Man muß sich nur trauen. Was man allerdings dazu braucht, gerade als Frau, ist eine persönliche Umgebung, die einen dabei unterstützt. Ich habe meiner Tochter das Fahren beigebracht, in Italien, wo das mit „foglio rosa“ recht unkompliziert geht. Daß das das Vater-Tochter-Verhältnis ungemein gestärkt hat, versteht sich von selbst. Es war eine sehr gute Investition in die Zukunft.
      Für Deine Motorradkarriere wünsche ich Dir alles Gute und viele tolle Erlebnisse.
      Herzliche Grüße,
      Christian

      Antworten
  9. Sofia

    23. Juli 2022 at 23:42

    Hallo Christian,

    auf der heutigen Tour (zur Dahmequelle:)) habe ich zeitweise tatsächlich über die Frauen und das Motorrad nachgedacht, so freute ich mich, einen Artikel von Dir zu diesem Thema zu finden.
    Meiner Meinung nach sind für viele Frauen Familie und Kinder einer der gewichtigsten Gründe, warum sie keinen Motorrad fahren. Da eben Frauen diejenigen sind, die Kinder gebären und sich tendeziell mehr um die Kinder kümmern, ist der Anteil an Frauen, die Motorrad fahren, dementsprechen klein, bzw die meisten Frauen, die Motorrad fahren, sind entweder unter 35 oder eben über 50.
    Ich bin 39 und fahre seit 2,5 Jahren Honda NC750X. Mehrere Jahre war ich als Sozia unterwegs, bis ich eine Fahrstunde geschenkt bekam. Mit dem Führerschein tat ich mich schwer (den Autoführerschein habe ich erst kurz davor gemacht) und auch danach hat es recht lange gedauert, bis ich das Gefühl für Kurven hatte und das Gewicht des Motorrads entspannt beherrschen konnte. Ich stelle mir vor, dass das bei den Männern grundsätzlich intuitiver und müheloser geschieht.
    Es hat mich auch einige Überwindung gekostet, mich an die einfachsten Wartungsaufgaben zu trauen, am liebsten wäre ich nur gefahren.
    Mittlerweile habe ich mich immer mehr mit meinem Motorrad angefreundet, das mich sowohl zur Arbeit bringt als auch mich in der Freizeit begleitet. Ich vertraue ihm, dass er mich bei jedem Wetter sicher zum Ziel bringt.
    Jedenfalls glaube ich, hätte ich Kinder bekommen, hätte ich unwahrscheinlich mit dem Motorrad angefangen! Würde ich noch Kinder bekommen, wäre vermutlich eine längere Pause angesagt, – längere Pausen bedingen Ängste und Bedenken, sodass man eventuell nicht wieder damit anfängt.

    Motorrad bedeutet für mich selbständig und frei zu sein (ich besitzen kein Auto), Zeit mit mir selbst zu verbringen und die Landschaft zu genießen.
    Ich bin gerade dabei, Deine Touren abzufahren und freue mich auf die zukünftigen Beiträge! Sofia

    Antworten
    • Christian

      24. Juli 2022 at 14:57

      Liebe Sofia,
      Deinen Beobachtungen kann ich aus eigener Erfahrung nur zustimmen. Nicht immer läßt sich der Enthusiasmus für das Motorradfahren mit den Anforderungen des jeweiligen Lebensabschnitts ohne weiteres in Einklang bringen. Auch meine eigene Tochter hat sich ihrer beiden kleinen Kinder wegen vorerst vom Motorradfahren zurückgezogen und sich schweren Herzens von ihrer geliebten Hornet verabschiedet. Zum anderen wächst man – egal ob Mann oder Frau – auch technisch mit dem Gefährt zusammen, dem man viele schöne Kilometer und Erlebnisse verdankt. Sicher ist es nicht zuletzt die Kombination aus Technik, landschaftlichem und fahrerischen Genuß, der das Besondere am Motorradfahren ausmacht. Ganz viel davon wünsche ich Dir, auch auf den Strecken, die ich vorerst nur in meinem Notizbuch skizziert habe.
      Viele Grüße
      Christian

      Antworten
  10. Mo

    14. November 2022 at 19:57

    Hallo Christian,
    schön recherchiert!

    Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte …

    In meiner Bubble habe ich sehr viele motorradfahrende Frauen, da ich selbst seit 8 Jahren zu dem Thema blogge.

    Es muss etwas an der Sichtbarkeit getan werden. So lange Hersteller immer noch Messegirls als DAS Verkaufsargument auf Messen sehen, wird das nix.

    Leider ist es auch immer noch recht unbekannt, dass es seit über 70 Jahren eine Internationale Vereinigung für Motorradfahrerinnen gibt: die WIMA – Women’s International Motorcycle Association. Frauen-Motorradtreffen gibt es auch schon seit Jahrzehnten….

    Ich habe einen Frauen-Motorradstammtisch in meiner Region initiiert und nächstes Jahr gibt’s bei mir auch ein reines Frauen-Motorradtreffen.

    Es ist wie mit den MINT Berufen: Wir brauchen Vorbilder. 😉

    Liebe Grüße aus dem Ländle!

    Antworten
    • Christian

      14. November 2022 at 22:47

      Liebe Mo,

      schön, daß Du Dich zu diesem Thema gemeldet hast, herzlichen Dank! Du hast schon recht, wenn Du durchblicken läßt: Zahlen und Fakten sind das Eine – aber die soziale Realität sieht häufig ganz anders aus. Über das halbe Jahrhundert, in dem ich mit dem Motorrad unterwegs bin, habe ich die gesellschaftlichen Wandlungen erlebt, die die Community immer wieder und auf unterschiedliche Weise neu geprägt haben. Zuletzt konnte ich dies im Mittsommer auf Gotland beobachten, wo wir (ungeplant, meine Frau und ich) inmitten von 400 Motorradfahrerinnen unterwegs waren. Während meiner langen Jahre in Kalifornien habe ich auch die dortige Bikerinnen-Szene näher kennengelernt. Und auch sonst bin ich ein recht aufmerksamer Beobachter im (Motorrad-)Alltag.

      Nicht zu übersehen ist dabei, daß sich neben dem jeweiligen Rollenbild von Männern und Frauen auch die soziale Zusammensetzung der Community insgesamt gewandelt hat. Beides natürlich mit erheblichen Rückwirkungen auf den Umgang miteinander. Leider nicht immer mit akzeptablen Ergebnissen, wie Du richtig schreibst.

      Vorbild zu sein oder gar Vorbilder zu finden ist aus den verschiedensten Gründen nicht leicht, aber das ist eine weiterführende Frage. Ich weiß nicht, inwieweit sich die angewandten Sozialwissenschaften schon dieser Thematik angenommen haben. Eine lohnende Aufgabe wäre es allemal.

      Bleibt mir nur der Wunsch, daß Dir unterwegs möglichst viele motorradfahrende Männer begegnen mögen, die einen wohltuenden Ausgleich bewirken können zu den negativen Eindrücken, von denen Du berichtest. Glaube mir: Es gibt sie dennoch!

      Liebe Grüße
      Christian

      Antworten
  11. Beate Perplies-Hebestreit

    31. August 2023 at 09:47

    Hallo, dann gehöre ich wohl zu den Ringeltauben unter den Mopedfahrerinnen.
    KL. 1 seit 1978, und über 27, dann 71 und 150 PS, seit 2022 mit ner H2 SX unterwegs.
    Anfang der 80er mal Präsi eines Moped-Clubs; ab Mitte 80er sind fast alle im Privatleben verschwunden. Ich bin weiter gefahren. Mir in 1992 ne offene ZZR1100 (150 PS) GEGÖNNT, die ich heute noch fahre. Letztes Jahr dann die H2 als Geschenk von mir an mich.
    Lange Rede, kurzer Sinn.
    Es hat sich was getan unter den Mopedfahrerinnen. Meiner Meinung aber nicht nur zum Vorteil.
    Viel Modegedanken, Heitata hier und da.
    Frauenmopeds…mir stehen die Haare zu Berge.
    Früher war Moped-Fahren ne Obsession; heute, so empfinde ich es zumindest, eine Art gehobener Life-Style.
    Zu warm, zu kalt, zu hell, zu dunkel.
    Adventures aufm Moped gab’s früher (viel häufiger).
    Heute wird oft nur der Name missbraucht.
    Nicht missverstehen: Moped-Fahren ist einfach ( sorry)“ geil“. Aber das macht man draußen, nicht wohl temperiert im Wohnzimmer am Handy.
    Und kündigt noch vor Erhalt der Fleppe an, welches Moped nun das Auserkorene ist, und welche Modifikationen noch ausstehen.
    Man, ich vermiss die alten Zeiten. Verabredet, rauf aufs Moped….
    Und dann fahren, fahren, fahren.
    Arsch nass, egal. Trocknet wieder.
    Lagerfeuer, knarzendes Leder…
    Und es gab in meinem Umfeld damals eher sogar mehr weibliche Fahrerinnen.
    Kenne nur wenige Fahrerinnen heutzutage.
    Zumindest im realen Leben.
    Mich zieht auch nichts in reine Frauentruppen. Siehe oben.
    Bin als „alte“ Fahrerin auch ganz anders sozialisiert.
    Demgemäß ist meine Einstellung zum Moped-Fahren als Frau de facto eher …selten.
    In diesen Sinne,
    grüßt die Linke zum V.

    Antworten
    • Christian

      2. September 2023 at 11:47

      Liebe Beate,
      ich freue mich, ein Ringeltäubchen aus seinem Verschlag gelockt zu haben und deshalb umso mehr über Deine nachdenkliche Zuschrift, die auch mir viel Stoff zum Nachdenken gegeben hat. Deshalb antworte ich erst heute. Was das Motorradfahren anbetrifft – gleich, ob es sich um Männer oder Frauen handelt – scheinen wir tatsächlich auf einer Linie zu liegen. Die im Laufe der Zeit gewandelte Einstellung zum Motorradfahren, die Du ansprichst, hat sicher auch viel mit dem gesellschaftlichen Wandel zu tun. Mit dem übertriebenen Stellenwert, die viele ihrer eigenen Person und ihren persönlichen Be- und Empfindlichkeiten zumessen. Aber auch mit der schwindenden Bereitschaft, sich ohne große Not Unbequemlichkeiten auszusetzen oder diese gar als Normalität anzusehen. Die Zeiten, als es bei uns beim Barras noch hieß „Gelobt sei, was hart macht!“ sind eben schon über ein halbes Jahrhundert vorbei. Das alles kann man aber niemandem ankreiden, es ist halt so. Was vielen heutzutage abseits der reinen „Spaßfahrten“ dadurch entgeht, ist das befriedigende Gefühl, mit dem Motorrad etwas durchgestanden zu haben und daraus Kraft für neue Herausforderungen gleich welcher Art zu schöpfen. Ob dies Frauen in gleicher Weise empfinden, wirst Du sicher besser beurteilen können als ich. Aber Härten und Unbequemlichkeiten kennen in der rauhen Lebenswirklichkeit keine Geschlechterunterschiede. Wohl aber die Art und Weise, mit ihnen umzugehen.
      In diesem Sinne wünsche ich Dir noch viele erlebnisreiche Kilometer mit Deinem grünen Bomber,
      Christian

      Antworten
  12. Gaby

    17. September 2023 at 11:04

    Hallo,
    hier sind über die Jahre wirklich viele und zum Nachdenken anregende Beiträge gepostet worden. Zunächst danke dafür. Man sieht, jede(r) hat so seine eigenen Erfahrungen.
    Ich habe in meinem Bekanntenkreis wenig selbst fahrende Frauen. Die einen haben, wie ich, den Motorradführerschein relativ spät gemacht, ich z.B. erst mit 50., die anderen fahren schon seit langem. Diese Frauen fahren viel und mit Leidenschaft. Die hält kaum schlechtes Wetter auf und die Optik spielt keine große Rolle. Sie fahren, wie ich, in gemischten Gruppen und sind dort gleichberechtigt und akzeptiert.
    Ich denke, es ist wie mit jedem Hobby, entweder man brennt dafür oder nicht (mehr). Frauen und Männer machen häufig unterschiedliche Sportarten, mal ist der Frauenanteil höher, mal geringer (wie z.B auch beim Rennradfahren, da bin ich in Gruppen fast immer die einzige!). Und heute haben alle Frauen die Möglichkeit Motorrad zu fahren. Es ist beileibe kein NoGo mehr wie es in meiner Familie war als ich mit 18 den Autoführerschein machte. Die gesellschaftliche Akzeptanz ist da. Also liegt es meiner Meinung nach heutzutage einfach daran, dass Frauen kein Interesse daran haben, wenn sie nicht fahren oder Motorradfahren als zeitweises Hobby probieren und dann merken, dass es doch nichts ist…

    Antworten
    • Christian

      18. September 2023 at 17:32

      Liebe Gaby,
      vielen Dank, daß Du die Gedanken in und um meinen Beitrag zum Thema „Frauen und Motorrad“ mit Deinen eigenen Erfahrungen abrundest. Ich kann Dir nur darin zustimmen, daß es meist sehr persönliche „Treiber“ sind, die jemanden zum Motorradfahren bringen – oder ihn/sie davon abhalten. Das kann die individuelle Veranlagung sein, besondere Interessen, Lebensentwurf, Partnerschaft, Neuorientierung, Späterweckung und vieles mehr. Grundsätzlich habe ich einiges zu diesem Thema geschrieben: https://motorrad-reisejournal.de/warum-fahre-ich-motorrad/ Entscheidend für die Hinwendung zum Motorradfahren scheint mir zu sein, daß aus den verschiedensten Motivationsfaktoren eine kritische Masse zusammenkommt, die zu der Entscheidung führt: „Ja, das mache ich jetzt und ziehe es durch!“ Grundsätzlich gilt bei dieser Entscheidung der alte bayerische Spruch: „A jeder wia er mog.“
      Die Geschlechtermischung ist beim Motorradfahren offensichtlich ebenso spezifisch wie in jedem anderen Ambiente; nur scheint mir, daß sie beim Motorradfahren über einen längeren Beobachtungszeitraum doch recht „unelastisch“ ist. Ähnliches beobachte ich, wenn ich an Literaturveranstaltungen teilnehme. Dort bin ich meist der einzige Mann.
      Viel Spaß, alles Gute und noch viele schöne Kilometer
      Christian

      Antworten
  13. Mo

    7. Januar 2024 at 15:01

    Hallo Christian,
    ich bin mal wieder bei Dir vorbeigesegelt 🙂

    Kurze Frage: woher nimmst Du die Zahl, dass seit 2016 die Erteilung der Fahrerlaubnisse Motorrad koninuierlich sinkt?

    Im KBA wurden 2022 und 2021 so viele Motorradführerscheine wie nie registriert (jeweils um die 47.000 gesamt)

    2020 aufgrund von Corona entsprechend 42.000 und davor eher konstant 44.000 pro Jahr.

    https://www.kba.de/DE/Statistik/Kraftfahrer/Fahrerlaubnisse/Fahrerlaubniserteilungen/2022/2022_fe_e_tabellen.html?nn=3510850&fromStatistic=3510850&yearFilter=2022&fromStatistic=3510850&yearFilter=2022

    oder habe ich da einen Denkfehler?

    Herzliche Grüße
    Mo

    Antworten
    • Christian

      7. Januar 2024 at 21:31

      Liebe Mo,
      bitte gib mir ein bisschen Zeit für meine Antwort, denn ich bin einige Tage unterwegs und habe deshalb keinen Zugriff auf meine Aufzeichnungen. Ich melde mich dann von zu Hause wieder.
      LG Christian

      Antworten
      • Mo

        8. Januar 2024 at 11:34

        Hallo Christian,
        keine Hektik! Ich freue mich auf eine Rückmeldung 🙂

        LG
        Mo

        Antworten
        • Christian

          21. Januar 2024 at 18:24

          Liebe Mo,
          dankenswerterweise machst Du mich darauf aufmerksam, daß das KBA zwischenzeitlich Angaben über die Geschlechterverteilung bei Führerscheinbesitzern veröffentlicht hat. Insofern wären einige meiner Aussagen zu akzentuieren. Doch ist die Dateninterpretation bei meiner Betrachtung nur einer der Faktoren, mit denen ich der effektiven Wahrnehmung auf die Spur kommen möchte. Dies umso mehr, als die Diskussion um den Frauenanteil bei aktiv motorradfahrenden Personen wohl auch deshalb inkonklusiv bleiben wird, weil sie sehr stark axiomatisch geprägt ist. Will heißen: Wir können nur das bewerten, was wir in der Alltagsrealität wahrnehmen.

          Dabei sollte nicht außer Betracht bleiben, daß es bei der Geschlechterverteilung auch in anderen gesellschaftlichen/beruflichen Bereichen so etwas wie eine diskrete Wahrscheinlichkeitsverteilung zu geben scheint: Wenn (laut Kultusministerkonferenz) Mädchen in den MINT-Fächern die besseren Schulnoten haben – warum produzieren dann die Maschinenbaufakultäten hauptsächlich männliche Ingenieure? Wenn (laut Hochschulrektorenkonferenz) im Medizinstudium zwei Drittel Frauen sitzen, warum gibt es dann am Ende nur eine homöopathische Zahl von Proktologinnen? Fragen über Fragen.

          Darüber hinaus sorgen weitere Faktoren für ein Offenbleiben der Schere zwischen der statistisch/amtlich gegebenen Möglichkeit und der tatsächlichen aktiven Teilnahme an einer Freizeitbetätigung: Beim Motorradfahren ist es nach meiner langjährigen Erfahrung wie in der Jägerei – einerseits die Passionierten, denen man allenthalben begegnet; und auf der anderen Seite die Jagdscheinbesitzer, weit überwiegend als „Zählkandidaten“. Daß die aktive Teilnahme jeweils eine Frage der individuellen Möglichkeiten und des persönlichen Lebensentwurfes ist, habe ich ja schon geschrieben. Insofern relativiert sich auch – und dies war der Ansatzpunkt meiner Betrachtungen – die Aussagekraft statistischer Zahlen in Bezug auf die Alltagsrealität auf der Straße.

          Umso mehr freue ich mich, wenn auf meinen Touren dann doch einmal die Statistik die Oberhand gewinnt und ich auf eine Frau treffe, die auf dem Motorrad mit der gleichen Passion unterwegs ist wie ich.

          Liebe Grüße und gute Fahrt
          Christian

          Antworten

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