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5 LifeHacks für Motorradfahrer

Lifehacks für Motorradfahrer – 5 praktische Lösungsansätze, um Probleme unterwegs mit ein wenig „Um die Ecke denken“ kreativ zu vereinfachen.

Geschätzte Lesedauer: 5 Minuten

Motorrad-Lifehacks für Notfälle

Gerade feiere ich vier Monate erzwungene Motorradabstinenz. Besser gesagt:  eine Trauermesse: Vier Monate ohne Tourenwetter. Nur Regen, Kälte und Straßenglätte. Eigentlich bräuchte ich ein Pinlock-Visier vor den Pupillen, um klaren Durchblick durch die Tränen zu behalten.

In der Hoffnung auf bessere Zeiten blättere ich wehmütig meine Tourenbücher durch und bleibe dabei an den Schlußbemerkungen hängen, mit denen ich in kurzen Worten die praktischen Erfahrungen meiner Touren zusammenfasse. Lessons learnt, sozusagen, darunter zahlreiche Lifehacks für die Motorradtour. Merkwürdigerweise hat eine ganze Reihe davon mit Nässe und Kälte zu tun. Ich hoffe, sie können euch hilfreich sein:

Nasse Handschuhe

Auch wenn du auf einer Regentour eine wetterfeste (Regen-)Kombi trägst, bleiben die Handschuhe ein entscheidender Schwachpunkt: Dem Regen bei Fahrtwind ausgesetzt, nässen sie früher oder später total durch und verleiden dir so die gesamte Tour. Dem kannst du durch drei simple Maßnahmen vorbeugen:

  • Nimm ein paar Ersatzhandschuhe zum Wechseln mit. Es können gerne auch alte, ausgesonderte sein – ganz egal. Hauptsache sie sind trocken und bringen dich ans Etappenziel, bevor auch sie ganz durchnäßt sind.
  • Stecke dir ein Paar einfache Plastikhandschuhe ein, wie sie die Tankstellen an der Diesel-Zapfsäule bereithalten, und ziehe sie über deine Motorradhandschuhe. Das ist zwar nicht die eleganteste Lösung; aber sie reicht immerhin, um auch einen ausgiebigen Regenschauer mit trockenen Händen zu überstehen.
  • Stecke dir ein Paar OP-Handschuhe ein und ziehe sie unter deine Motorradhandschuhe. Diese werden zwar auf der Weiterfahrt kräftig naß, aber deine Fingerchen bleiben trocken. Weiterer Nutzen: Wenn du unterwegs an deiner Maschine etwas reparieren oder vielleicht auch Erste Hilfe leisten mußt, ist es nie verkehrt, ein Paar OP-Handschuhe unter dem Sattel verstaut zu haben.

Wenn beim Ausziehen das Futter aus den nassen Handschuhen herauskommt, dann hilft ein alter Kochlöffelstil aus dem Tankrucksack oder notfalls ein Schraubendreher aus dem Bordwerkzeug, die Dinge wieder in Ordnung zu bringen.

Vor allem: Wenn du unterwegs einen Stop an einer Autobahnraststätte oder einem Lokal einlegst, lasse auf der Toilette deine nassen Handschuhe schön von einem Warmlufttrockner durchblasen. Besser sind noch die Dyson-Trockner, bei denen du mit angezogenen Handschuhen in den Luftstrom hineingreifen kannst.

Nasse Stiefel

  • Die meisten Motorradstiefel sind zwar zumindest wasserabweisend oder sogar wasserdicht. Problematisch wird eine Regenfahrt aber, wenn du Kurzstiefel trägst, die das Spritzwasser locker durchlassen. Für solche Fälle ist es unbezahlbar, wenn du zwei Plastiktüten oder kleine Mülltüten dabeihast: Bei einsetzendem Regen einfach Stiefel ausziehen, Tüten über die Strümpfe streifen und dann die Stiefel wieder anziehen. Die werden zwar naß, aber die Füße bleiben zumindest trocken.
  • Wie bekommst du deine Stiefel dann ab Etappenziel wieder trocken, damit du am nächsten Tag wieder unbesorgt weiterfahren kannst? Nach alter Väter Sitte kann man sie mit zerknüllten Zeitungen ausstopfen. Aber wo bekommst du im digitalen Zeitalter auf die Schnelle alte Zeitungen her? Ich steuere deshalb den nächsten erreichbaren Supermarkt an und erstehe dort zwei, drei oder vier Päckchen vom billigsten Reis, den ich im untersten Regalfach finde. Im Quartier fülle ich dann den Reis in meine Reservesocken und stopfe die prallen Würste in die nassen Stiefel. Über Nacht tun dann die weißen Körnchen ihre Arbeit und saugen die Nässe aus den Stiefeln heraus. Die Socken trockne ich anschließend mit dem Hotelfön oder dem Händetrockner. Und dem Haushund spendiere ich den Reis für sein Futter. So ist jedem gedient.

Frösteln im T-Shirt

Wem ist das nicht schon passiert: Du fährst bei Sonnenschein los und gegen Mittag kommt dir eine Wetterfront entgegen. Die Temperatur sinkt und du frierst dir in deinem T-Shirt einen ab. Und die heimatliche Garage ist noch weit, weit entfernt. Für solche Notfälle habe ich einen Zweistufenplan entwickelt:

  • Um meine Arme warm zu halten, habe ich von ausgesonderten Leggings die Beine abgeschnitten. Diese streife ich dann über meine Arme und verwandle das kurzärmelige T-Shirt kurzerhand in ein provisorisches Langarmhemd. Das sieht zwar etwas komisch aus, wenn du bei der Kaffeepause traumwandlerisch die Jacke ausziehst, aber die Improvisation als solche hilft.
  • Bleibt der lästige Fahrtwind. Dazu ergattere ich mir beim nächsten Discounter die ausliegenden Werbeschriften und stecke sie unter meine Jacke. Sie halten auf der Weiterfahrt erstaunlich gut den Wind ab.

Zipper ab – was tun?

Was mich schon immer ärgert, sind fummelige Reißverschlüsse an der Kombi, die sich mit Handschuhen nur schwer fassen lassen und bei denen irgendwann mal der Schiebergriff herausbricht. Dann läßt sich der Reißverschluß weder auf- noch zuziehen. Wenn das passiert, schaffe ich probate Abhilfe, indem ich einen Schlüsselring durch den Schieber (also den Verschlußkopf) ziehe und noch ein Bändchen für den besseren Zugriff dranmache. Bei dieser Gelegenheit schmiere ich gleich den ganzen Reißverschluß mit Vaseline oder Teflon. Siehe da, er funktioniert besser als zuvor.

Versteck für Ersatzschlüssel

Einer meiner Alpträume ist es, auf einer längeren Tour irgendwo in der Einsamkeit meinen Motorradschlüssel zu verschlampen. Wenn mich meine liebe Sozia begleitet, ist das kein Problem, denn der Ersatzschlüssel steckt in ihrer Jackentasche. Aber wenn ich solo fahre, mache ich folgendes: Ich verstaue den Ersatzschlüssel im Futter meines Helms, und zwar genau dort, wo die Intercom untergebracht werden soll (die ich aber nicht nutze). Den Helm habe ich ja sowieso immer dabei und er ist allemal ein besserer Verwahrungsort als irgend eine obskure Stelle an der Karosserie, aus der ich den Schlüssel erst mühsam herausfummeln müßte.

Aktualisiert am 23/02/2024 von Christian

Comments (1):

  1. Thom

    27. Februar 2024 at 07:43

    Hallo Christian,
    danke für die informativen Tipps. Einige kannte ich schon, andere sind neu. Da ich keine liebste oder beste Sozia habe, da Sie selber fährt, haben wir es aber immer so gehalten, dass ich ihren Ersatzschlüssel und sie meinen spazieren fährt. Ich habe meinen Ersatzschlüssel, wenn ich alleine unterwegs bin, immer in der Jackentasche, weil ich doch eher mal meinen Helm am Motorrad abschliesse, als die Jacke. Bleibt die Jacke doch mal am Bike muss ich an den Schlüssel denken. Was ich aber auch schon vergessen habe…

    Gruß Thom

    Antworten

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