Auf zwei Rädern um die Welt

Motorradtour von Moskau nach Lyon

Eine Motorradtour von Moskau nach Lyon über Finnland und das Baltikum durch 9 Länder erschließt das Zusammenleben in Europa auf ganz persönliche Weise. Ein Abenteuer für sich.

Motorradtour von Moskau nach Lyon

Bei einem Ortswechsel von Moskau nach Frankreich sich einfach ins Flugzeug zu setzen, um dort nach wenigen Stunden ohne besondere Erlebnisse aufzuschlagen, wäre irgendwie banal. Was entginge einem nicht alles? Die Weite des Landes mit ihren endlosen Wäldern, der Duft der Wiesen und Wälder, der einladende Rauch des Schaschlikstandes am Rande der Landstraße, Fähren, Flüsse, Kurven, menschliche Begegnungen … Kurzum: das Abenteuer einer Motorradtour.

Satteln wir also unser erprobtes Schlachtross, in dessen Seitenkoffern alles geborgen ist, was wir in den nächsten drei Wochen brauchen: etwas Bekleidung, das notwendigste Werkzeug, eine Nuckelflasche mit Motoröl und ein Flachmann mit russischem Feuerwasser.

Unsere BMW R 1200 GS hat schon manche Meile und manchen Kilometer runter. Mein (vorzüglicher!) russischer Mechaniker hat sie nach frischem Service klargemeldet. Die Ventile sind sauber eingestellt, die Drosselklappenzüge synchronisiert, das Getriebeöl ist gewechselt. Nach knapp 5.000 km wird Dich die Werkstatt wiedersehen, meine Gute, am Zielort.

Motorraderfahrung in Rußland haben wir wahrlich genug gesammelt. Jetzt ist es Zeit für den magischen Daumendruck auf den Anlasserknopf.

Streckenkonzept

Gesamtstrecke einer Motorradtour von Moskau nach Lyon

Moskau — St. Petersburg — Helsinki — Tallinn — Riga — Klaipeda — Königsberg — Danzig — Berlin — Nürnberg — Stuttgart — Freiburg — Hochschwarzwald — Montbéliard — Französischer Jura — Champagnole — Lyon. 4.267 km

  • Unsere Motorradtour von Moskau nach Lyon reiht mehrere Touren aneinander, von denen jede für sich schon ein besonderes Erlebnis ist.
  • Sie führt zunächst nicht nach Westen, sondern nach Norden: Über die historische Stadt Nowgorod am Ilmensee und St. Petersburg nach Finnland, das wir noch nicht kennen.
  • Mit der Fähre setzen wir dann ins Baltikum über: In Estland, Lettland und Litauen wollen wir sehen, wer unsere neuen Partner in der EU sind und wie sie heute leben nach jahrhundertelanger enger Verbundenheit mit Deutschland und jahrzehntelanger Sowjetherrschaft.
  • Ein besonderer Höhepunkt soll dabei die Fahrt über die Kurische Neherung werden: Das Sommerhaus Thomas Manns wollen wir besuchen und dann die Grabstätte Immanuel Kants in Königsberg, dessen Totenmaske im wiederaufgebauten Dom verwahrt wird.
  • Danzig soll sich nett herausgeputzt haben, Hinterpommern aber geblieben sein, was es auch zu preußischen Zeiten schon war: Provinz. Immer Richtung Südwesten auf der ehemaligen Reichsstraße 1.
  • Deutschland werden wir im Dreisprung durchqueren: Reifenwechsel und Treffen mit Sohn in Berlin – Treffen mit Tochter in Nürnberg – Stippvisite bei unserem Jüngsten in Stuttgart.
  • Vom Schwäbischen aus durch den Hochschwarzwald und Französischen Jura unserem Ziel Lyon entgegen, wo wir unsere Zelte neu aufschlagen werden.

Moskau – Nowgorod Weliki

1. Etappe Moskau-Nowgorod einer Motorradtour von Moskau nach Lyon

Moskau — Klin — Tver — Nowgorod Weliki. 532 km

Moskau entläßt uns um 8 Uhr früh mit strahlendem Wetter auf den notorisch überfüllten Autobahnring und die „Schnellstraße“ nach St. Petersburg. Ein Flickenteppich, durchzogen von tiefgefahrenen Rillen, verbindet die beiden wichtigsten Metropolen Rußlands. Uns bleibt zu hoffen, daß wir ihn gut, gesund und vor allem schnell hinter uns bringen.

Motorradfahrer mit rothaariger Motorradfahrerin und einer BMW R 1200 GS beim Aufbruch zur Tour

Gute Laune beim Aufbruch zur Tour

Nach 82 km geraten wir in die erste Radarfalle. Beim Vorzeigen meiner Papiere bin erstaunt über ein unerwartet korrektes und freundliches Organ der öffentlichen Sicherheit. Ah, Deutsche! Nach wenigen Augenblicken dürfen wir weiterfahren. Der Kollege im Streifenwagen gestikuliert beim Anblick unserer BMW breit lachend mit erhobenen Daumen.

Russisches Holzhaus mit sparrenförmigen Verzierungen am Strassenrand und verwildertem Garten

Russisches Holzhaus am Rande der Straße nach St. Petersburg

Die Straße ist dreispurig, mit Überholspur mal für uns, mal für den Gegenverkehr. Antiquarische LKWs westlicher und häufig amerikanischer Bauart bestimmen das Tempo an langen Berganstiegen und in endlos langen Dörfern. Der schlechte Straßenzustand fordert seinen Tribut.

Doch die Öhlins-Federbeine bügeln alle Unebenheiten der Rollbahn klaglos weg. Wer als Normalgewichtiger mit Sozia und vollem Gepäck durch Rußland fährt, sollte ernsthaft über eine 150er oder 160er Feder nachdenken. Christine hat eine Ruhepause wahrlich verdient: An einer Tankstelle muß ein Seitenkoffer als Beinauflage seinen orthopädischen Nutzen erweisen.

Rothaarige Motorradfahrerin bei einer Ruhepause an einer Tankstelle in Russland

Verdiente Ruhepause an einer Tankstelle mitten in Russland

Die Fahrt durch die endlosen russischen Wälder bietet nicht allzu viel Abwechslung. Landschaftlich schön ist jedoch die Fahrt entlang der oberen Wolga. Sie entspringt auf den Waldai-Höhen, die wir gleichfalls queren, zusammen mit Dnjepr und Düna. Erinnerungen an den Geographieunterricht der 7. Klasse werden wach.

Zwischenstops in Fernfahrerkneipen am Straßenrand sind auch nicht gerade der große Bringer. Es sei denn, man will dort soziologische Studien betreiben. Dann ist man gut bedient.

60 km vor unserem Etappenziel Weliki Nowgorod ereilt uns orkanartiger Gewitterregen. Triefnass wie die Ratten wir erreichen unser Hotel am Wolchow.

Daß das Einchecken zu einer quälend langen Prozedur gerät, steigert auch nicht unsere Stimmung. Wohl aber die anschließende heiße Dusche und der Abstieg in den Bayerischen Bierkeller – mitten in Nordrußland. Paulaner Weißbier und Schnitzel stellen unser Wohlbefinden endgültig wieder her, wie auch die Sonne, die mittlerweile mit ihren wärmenden Strahlen über den nahen Fluß senkt. Ein Abendspaziergang versöhnt uns mit dem Tag.

Wenn die Sonne wieder scheinet,
Wird der Rasen doppelt grün.
—  Johannes Brahms, Regenlied (1873)

Nowgorod Weliki – Lappeenranta

2. Etappe Nowgorog-Lappeenranta einer Motorradtour von Moskau nach Lyon

Nowgorod Weliki — St. Petersburg — Nyborg — Lappeenranta (Finnland). 436 km

Nach dem bayrischen Vorabend, einem traumhaft weichen Hotelbett und einem exzellenten Frühstücksbüffet sind wir fit für die zweite Etappe. Doch gerade als wir losfahren wollten, überfällt uns abermals heftiger Regen.

Regenfahrt durch Nordrussland

Nach den Erfahrungen des Vortages ziehen wir sofort die Regenkombis über, worauf Christian mich (Christine) zum „gelben Engel“ befördert – ob der Flatterhaftigkeit meines neongelben Ganzkörpermüllsackes. Ein völlig neues Fahrgefühl: außen naß-kalt, innen feucht-warm.

Die Fahrbedingungen sind grauenvoll: miserabler Straßenzustand, böiger Seitenwind und Dauerregen. Aber Christian manövriert das schwer bepackte Motorrad so mühelos, daß ich mich keine Sekunde unsi­cher fühle und die Schlammschlacht sogar recht amüsant finde. St. Petersburg, die schönste Stadt Rußlands, duckt sich bei Überquerung der Newa unter dicke Regenschwaden.

Überraschung am Zoll

Ein zwischenmenschliches Highlight erwartet uns an einem winzigen Grenzübergang in den karelischen Wäldern: Eine üppige Zöllnerin in einem häßlichen Blechhäuschen fertigt widerwillig und unfreundlich den kleinen Grenzverkehr zwischen Rußland und Finnland ab. Da ich (Christian) in dieser Situation nur wenig erwarten darf, pirsche ich mich an der Schlange vorbei an sie heran, packe mein galantestes Russisch aus und frage sie, ob es für kapitalistische Ausländer einen besonderen Schalter gebe. Und da: Sie stößt einen gellenden Schrei aus, scheucht die Warteschlange mit heftigen Worten in die Büsche – und schenkt mir ein zuckersüßes Lächeln. So schnell wie hier hatte ich noch nie einen Stempel in meinem Paß. Auch das ist Rußland.

Hafenansicht von Lappeenranta in Finnland

Hafen von Lappeenranta

Christines Anmerkungen:

Ansonsten gab es auch auf der weiteren Fahrt nichts Inter­essantes zu entdecken. So hatte ich Zeit, über ein paar ungelöste Fragen nachzusinnen:

  • Warum stehen 8 Milizionäre auf einer total verstopften Kreuzung und keiner regelt den Verkehr?
  • Bedingt die Abneigung der Russen gegen den rechten Winkel, daß die Holzhäuschen schief sein müssen und die Dächer ein Hohlkreuz haben?
  • Was treibt 30 italienische Wohnwagengespanne dazu, nach Murmansk zu fahren, aber kollektiv auf die falsche Richtung der Autobahn einzubiegen?
  • Wie viele hundert geschredderte Lastwagenreifen liegen wohl am Straßenrand zwischen Moskau und Sankt Petersburg?
  • Warum ist entlang der Straße in Russland kaum ein Feld bestellt, in Finnland hingegen auch das kleinste Äckerchen bepflanzt?

Wir werden es wohl nie erfahren. Aber mit einem schönen heißen Bad in unserem finnischen Hotel in Lappeenranta und einer Portion Ofenkar­toffeln mit geräuchertem Rentierschinken hinterher ist mir das alles egal. Ich freue mich jeden­falls schon auf morgen, wie auch immer das Wetter wird.

Lappeenranta – Helsinki

3. Etappe Lappeenranta-Helsinki einer Motorradtour von Moskau nach Lyon

Lappeenranta — Kouvola — Helsinki. 236 km

Der erste Blick aus dem Fenster offenbart Nieselregen, der bis zur Abfahrt die Ausmaße eines satten Landregens annimmt. Wetterbesserung wird nur im Rückspiegel erkennbar, aber das nutzt uns nichts. Auch die weiteren Schönwettergebiete auf unserem Weg umfahren wir großräumig.

Warum macht man nur so etwas, fährt Riesenstrecken, läßt sich Tag für Tag vom Regen durchweichen – und hat trotzdem Spaß dabei? Diese Frage läßt sich vielleicht am ehesten mit dem griechischen Tragödiendichter Sophokles beantworten:

ἐν τῷ φρονεῖν γὰρ μηδὲν ἥδιστος βίος
Das Leben ist am süßesten in der Unvernunft.
—  Ajax, Vers 545

So muß es wohl sein, denn wir sind guter Dinge bei der Fahrt durch ein schönes, ruhiges und ge­pflegtes Land mit netten, freundlichen Menschen. Etwas nervig sind die Geschwindigkeits­begrenzungen und Radarfallen auf den breiten, gut ausgebauten Straßen. Fast wie in Amerika, wo hinter jedem Busch in der Prärie der Sheriff lauert und Temposünder gnadenlos abkassiert. Also den Autopi­loten eingeschaltet und einfach die Fahrt genossen.

Kurz vor Helsinki versöhnt uns die Sonne mit wärmenden Strahlen und zeigt uns, daß man eine Sauna auch auf dem Motorrad unter der Regenkombi haben kann.

Hauptbahnhof von Helsinki

Hauptbahnhof von Helsinki

Den Abend genießen wir mit einem ausgiebigen Stadtrundgang und einem exquisiten Abendessen im Restaurant des Kaufhauses Stockmann, sozusagen das KaDeWe des Nordens. Helsinki wirkt auf uns als eine gepflegte, übersichtliche Hauptstadt, die architektonisch ihre Vergangenheit als Teil des Russischen Imperiums nicht leugnen kann. Sie ist al­lemal einen Besuch wert, zumal sie sich in relativ kurzer Zeit erschließen läßt. Im Übrigen: Motorradfahrer haben hier mitunter ein unverkennbar wikingerhaftes Erscheinungsbild.

Motorrad-Wikinger in Helsinki

Motorrad-Wikinger in Helsinki

Helsinki – Tallinn

4. Etappe Helsinki-Tallinn einer Motorradtour von Moskau nach Lyon

8,3 km und 2 Fährstunden

Mittlerweile haben wir herausgefunden, was finnischer Sommer ist: ein unkalkulierbare Mischung aus Sonne und Regen. Aber das Land und seine Hauptstadt gefallen uns sehr gut.

Es ist ein eigentümliches Gefühl, ein europäisches Land zu bereisen, in dem man sprachlich überhaupt nichts mitbekommt. Schon das brustbreite Namensschild auf der Uniform des finnischen Zöllners an der Grenze war für uns nichts anderes als ein rätselhaftes Anagramm.

Dringend warnen möchten wir allerdings vor finnischem Kaffee: Er ist labberig wie in einem amerikanischen Truckstop, schwach wie im Altersheim und hat den Brandgeschmack eines karelischen Holzkohlemeilers. Wir nennen ihn nur Mannerheims Rache. Damit hat er wahrscheinlich im Winter 41 die Russen vertrieben. Die aber, à la bonne heure, brauen einen viel besseren.

Ich (Christine) habe auf der Speisekarte unseres Hotels ein eher gewöhnungsbedürftiges Menü entdeckt, das unter anderen aus Cooked long neck of wild boar with tar sauce besteht. Darauf wollten wir uns dann doch nicht näher einlassen.

Den Rest der Altstadt haben wir im strömenden Regen besichtigt. Dabei kam die zweite Variante des gelben Körpermüllsackes zum Einsatz: ein dünner Plastikponcho, ebenfalls sehr kleidsam und gut für die Lachmuskeln.

Bei nachmittäglicher Wetterbesserung machen wir uns auf den Weg zum Hafen und rollen in den mächtigen Bauch der M/S Star, die uns nach Tallinn bringen soll. Unsere Maschine wird ordentlich in die Federn gedrückt und fest verzurrt.

Rothaarige Motorradfahrerin im Fährhafen von Helsinki mit einer BMW R 1200 GS

Im Fährhafen von Helsinki vor der Überfahrt nach Tallinn

Dann steigen wir zum Oberdeck hinauf und entern das Restaurant stilecht in Bikerklamotten. An einem fein gedeckten Tisch mit vorzüglichem Menü und Rotwein gleiten wir im sanften Abendlicht in die Ostsee hinaus, der estnischen Küste entgegen.

Da Tallinn als Stadt überschaubar und der Hotelbau schon aus der Ferne gut zu erkennen ist, erreichen wir unseren Bestimmungsort ohne Irrwege. Im 11. Stock richten wir uns erst mal häuslich ein, waschen unsere Sachen und denken über ein kleines Entspannungsbier in der Altstadt nach.

Tallinn

Stadtbesichtigung zu Fuß. 0 km

Eigentlich hatten wir vor, in Tallinn nur einen Ruhetag einzulegen und uns dabei eine Stadt näher anzusehen, die wir uns als eine Art Rothenburg ob der Tauber an der Ostsee vorstellten. Was wir aber vorfanden, war eine europäische Kulturstadt mit alter Tradition, die aus den gleichen historischen Wurzeln lebt wie unsere deutschen Hansestädte. Lübisches Recht als Grundlage des öffentlichen Lebens, stolze Kaufmannshäuser wie in Rostock oder Wismar, große Kirchen mit hochragenden Türmen und eine Fülle jahrhundertealter internationaler Beziehungen.

Stadtpanorama vom Tallinn

Stadtpanorama vom Tallinn

Nicht fehlen darf bei der Erkundung des Landes die Befassung mit der einheimischen Gastronomie. Also war abends ein estnisches Menü angesagt, nämlich (im Hauptgang): Sostraveinis hautatud metskitse – ja metssealiha duett köögiviljade ning ahtrate pehmete vürtsidega lehttaignas. Wer das bestellt, bekommt ein herzhaft gewürztes Stew vom Hirsch und Wildschwein serviert, in Johannisbeerwein geschmort, mit Gemüsebeilage. Auch wenn ich prinzipiell nur selbst erlegtes Wildbret esse, aber das hier war zum Niederknien gut. Zu bekommen im Nordic Hotel Forum, das wir auch ansonsten und wegen seiner Nähe zur Altstadt sehr empfehlen können. Zudem kann man das Motorrad gegen mäßigen Aufpreis sichtentzogen in der hoteleigenen Tiefgarage parken.

Wandbeschriftung The Times we had mit rothaariger Frau

Erinnerungen an Tallinn

Christines Anmerkungen:

Das Preisniveau ist hier deutlich niedriger als in Finnland. Muß man in Helsinki selbst für eine schlichte Tasse Kaffee nicht unter 5 Euro hinblättern, ist man hier schon mit 3 Euro dabei. Aber Helsinki hat sehr viel mehr nordisch-kühle Eleganz und eine tolle kreative Designerszene, auf allen Gebieten. Tallinn dagegen ist architektonisch und von der Gesamtstimmung her das Entzückendste und Romantischste, was wir bislang gesehen haben. Die Stadt wirkt einserseits kulturell sehr vertraut und dennoch völlig unbekannt. Das war wirklich ein Bildungserlebnis für uns. Ich bin gespannt, wie das Land drumherum aussieht. Das werden wir morgen erleben.

Ein kurzer Nachtrag zu Tallin: Was mir im Straßenbild auffiel, war die große Zahl sehr großer und kräftig gebauter Frauen. Deshalb war es nicht verwunderlich, daß in den Schuhgeschäften nicht wie in Moskau, strassübersäte Mörder-Highheels in Größe 37 standen, sondern robuste schwarze Schnürstiefel in Größe 40.

Tallinn – Riga

5. Etappe Tallinn-Riga einer Motorradtour von Moskau nach Lyon

Tallinn — Pärnu — Riga. 319 km

Bislang die leichteste Etappe: durchgehend schönes Wetter und sehr gut ausgebaute, spärlich befahrene Straßen mit überholfreundlicher Streckenführung. Der 98er Russensprit bekommt unserer BMW sehr gut, sie zieht richtig schön durch.

Im Yachtclub von Pärnu genehmigen wir uns einen Kaffee und wappnen uns anschließend mit Pullovern gegen die baltische Kühle auf der Ostseestraße.

Motorradfahrer in schwarzer Kombi mit Helm unter dem Arm am Golf von Riga

Am Golf von Riga

Am Strand machen wir Halt und breiten die mitgebrachten Delikatessen aus: Brot, Käse und eine Dose Elchpastete. Deren Geschmack erinnert uns stark an die unvergeßlichen Worte von Crocodile Dundee:

“You can eat it” [tiefer Blick in die Augen der Begleiterin] “But it tastes like shit”. 

Dose mit lettischer Elchpastete am Strand

Der mitgeführte Wodka-Flacon wird uns schon ausreichend gegen vegetative Dystonie schützen, aber erst nach Ankunft in Riga.

Rothaarige Motorradfahrerin mit einer BMW R 1200 GS bei einer Zigarettenpause am Golf von Riga

Zigarettenpause am Golf von Riga

Christines Anmerkungen:

Zu Christians Freude steigt eine kurvige Frau in sehr knapper Unterwäsche in die Fluten und scheint trotz des kalten Wassers ihren Spaß zu haben. Entlang der Strecke sehen wir Hunderte von Störchen, oft direkt am Straßenrand und unbeeindruckt von dem vorbeidonnernden Verkehr. Auf einer sonnenbeschienen Wiese suchten im frisch gemähten Gras ein Storch und ein Fuchs einträchtig nebeneinander nach Mäusen. Ein liebliches Idyll, das  durch die dünn besiedelte Landschaft noch eindrucksvoller wirkt.

Estland wirkt aufgeräumt und ordentlich, die Landschaft sehr gefällig und beruhigend fürs Auge. Das angrenzende Lettland macht  hingegen einen etwas ungepflegteren und weniger properen Eindruck.

Am Stadtrand von Riga paßte uns ein lieber Freund ab, versorgte uns mit Tee und Kuchen und späterhin mit einem Abendessen. Mit der Straßenbahn fuhren wir zum Hotel zurück – ein spannendes Unterfangen, da wir die Namen der Haltestellen nicht verstanden, die Straßenbeleuchtung auf Luftschutzverdunkelungsniveau reduziert war und wir noch ein ganzes Stück durch die uns unbekannte Stadt zum Hotel zu laufen hatten. Nach dem Besuch von Tallinn war der erste Eindruck von Riga zwar leicht enttäuschend, aber morgen bekommt die lettische Hauptstadt noch ihre zweite Chance.

Riga

Stadterkundung zu Fuß. 0 km

Riga gewinnt! Wir entdecken einen ganzen Stadtteil mit herrlichen Jugendstilbauten, teils wunderbar restauriert, teils allerdings noch in jammervollem Zustand wie so häufig im ehemaligen Sowjetreich. Wir hätten nicht vermutet, geschlossene architektonische Ensembles dieses Umfangs ausgerechnet in der lettischen Hauptstadt zu finden.

Weiss-blauer Giebel eines Jugendstilhauses in Riga

Jugendstil in Riga

Wie wohlhabend sie früher gewesen sein muß, davon zeugen auch die mächtigen Hauptkirchen und die gesamte Anlage der Altstadt. Mehr als die Herrichtung dieses Stadtteils war bisher allerdings nicht drin, zu groß ist der Nachholbedarf. Das merken wir spätestens am Kopfsteinpflaster, über das wir voll beladen mit großer Vorsicht fahren müssen.

Haus der Schwarzhäupter-Gilde in Riga

Haus der Schwarzhäupter-Gilde in Riga

Allerdings verschont uns auch RRRiga nicht mit RRRegen. Auf der Bootsfahrt über Stadtkanal und Düna bleiben wir zwar noch trocken, dann aber kommen die transparenten gelben Müllsäcke wieder zum Einsatz. Ein zureichender Grund also für einen interessierten Besuch in einem der reich bestückten, auch sonntags geöffneten Schnapsläden. Für 1,14 Einheiten einer uns unbegreiflichen Währung (deren Münzbild unserer lieben alten D-Mark erstaunlich ähnelt) erstehen wir ein Fläschchen Riga Balzams, der uns wegen seiner Reizwirkung als „Brauner Würger“ in hüstelnder Erinnerung bleiben wird. Ein lukullischer Abend mit alten Freunden beschließt unseren Aufenthalt.

Unser Hotel Albert ist ganz Albert Einstein gewidmet. Eine seiner Lehren auf einem Schild im Aufzug gibt uns das Motto für unsere weitere Reise:

Logic will get you from A to B. But imagination will get you anywhere.

Riga – Klaipeda

8. Etappe Riga-Klaipeda einer Motorradtour von Moskau nach Lyon

Riga —  Siaulai — Klaipeda (Memel). 375 km

There was a young Lady of Riga / Who rode with a smile on a Tiger / They returned from the ride / With the Lady inside / And the smile on the face of the Tiger.

Meine Lady habe ich zwar nicht gefressen, aber Grund zum Lächeln habe ich dennoch: Eine sonnig-warme Fahrt an der Ostseeküste entlang über Liepeja nach Memel (dem heutigen Klaipeda). Eine spärlich befahrene Landstraße durch das alte Herzogtum Kurland, zumeist gut ausgebaut, nach einigen Baustellen hinter Riga mit lähmend langen Ampelphasen eine typische Strecke für den Autopiloten.

Apfelbaumalleen, Störche zu beiden Seiten auf den Feldern, menschenleere Gegenden, weite Brachflächen mit den zerfallenen Überresten früherer Kolchosen – man fühlt sich weithin an den Rand des betriebsamen europäischen Kontinents gerückt. Wir genießen die stille Landschaft. Auf halber Strecke zwischen Liepeja und Klaipeda stärken wir uns mit einem leichten Imbiß in einem idyllischen Gartenrestaurant am Dorfweiher.

Fachwerkhaus Klaipeda

Fachwerkhaus in Klaipeda

Mit unserem Hotel in Klaipeda habe ich zunächst danebengelangt, denn es liegt nicht am Rande der Stadt, sondern einige Kilometer außerhalb. Wir logieren im Nationalen Litauischen Golfclub, der einige Zimmer an auswärtige Gäste vermietet. Da das für uns reservierte Zimmer an Teilnehmer eines Turniers vergeben wurde, weist man uns zum gleichen Preis eine luxuriöse Suite zu, in der wir uns verlieren könnten.

Grund genug für eine Versorgungsfahrt zum nächsten Supermarkt: Ein reichliches Abendessen und eine Literdose unserer russischen Hausmarke „Baltika Nr. 7“ stimmen uns zufrieden. Die Stadt Klaipeda/Memel ist leider ein Jammer, viel von ihrem einstigen Glanz ist nach Krieg und Sowjetzeit nicht geblieben. Wir tun gut daran, unsere Aufmerksamkeit ganz unserer Megadose zuzuwenden und den Fernseher mit seinen zahllosen kakophonen Kanälen seinem Eigenleben zu überlassen.

Klaipeda — Danzig

9. Etappe Klaipeda-Danzig einer Motorradtour von Moskau nach Lyon

Klaipeda — Kurische Nehrung — Königsberg — Danzig. 345 km

Wie befürchtet zieht der neue Tag bleigrau herauf und begrüßt uns mit dicken Regentropfen. Deshalb genießen wir erst einmal unser gutes Frühstück im Clubrestaurant, beladen die Maschine, schlüpfen in unsere kleidsamen Regenkombis und starten in einen ungewissen Tag.

Mittlerweile haben wir uns zu Schlechtwetter-Auguren entwickelt, interpretieren die verschiedenen Grautöne des Himmels, die Richtung des Wolkenzuges und die Wahrscheinlichkeit, daß ein blauer Himmelsfleck sich zu einem echten Schönwettertag entwickelt. Meister sind wir aber darin geworden, schönes Wetter suggestiv herbeizuwünschen. Diese Kunst sollte auch heute Früchte bringen.

Kurische Neherung

Eine Shuttle-Fähre bringt uns auf die Kurische Nehrung hinüber. Einen fahrerischen Höhepunkt dürfen wir uns von diesem schmalen Sandstreifen nicht erwarten. Aber die Gelegenheit, diese einzigartige Landschaft zu durchqueren, ist ein echtes Erlebnis.

Rothaarige Motorradfahrerin in gelber Regenkombi auf der Fähre in Klaipeda

Überfahrt auf die Kurische Neherung

Thomas Manns Sommerhaus

Zu unserer Freude klart das Wetter auf und die Sonne zeigt sich. Maskenball. Regenkombi aus. Erstes Ziel unserer Fahrt durch das Landschaftsschutzgebiet ist Nidden (Nida), genauer gesagt: Das auf einer hohen Düne mit herrlichem Meerblick gelegene Sommerhaus von Thomas Mann, in dem er den größten Teil seines Monumentalromans Joseph und seine Brüder geschrieben hat. Es war schon eine tolle Idee, die Prämie des Nobelpreises in eine Super-Immobilie zu investieren.

Sommerhaus von Thomas Mann in Nida auf der Kurischen Neherung

Sommerhaus von Thomas Mann in Nida auf der Kurischen Neherung

Sobald wir auf die Landstraße nach Süden Richtung russische Grenze einbiegen, versiegt der Touristenzustrom. An dem kleinen Grenzposten, an dem wir wohl „Grenzgänger des Tages“ sind, erfolgt die Abfertigung ebenso beflissen wie höflich. Nullkommanix bekommen wir unsere gestempelten Pässe zurück. Unsere Erfahrung bestätigt sich wieder einmal: Wenn russische Beamte wollen/sollen, sind sie unschlagbar gut.

Die Landstraße im russischen Teil der Nehrung erscheint uns viel ursprünglicher als der litauische, die Straße ist durchweg besser. Auf mehrfach wiederholten Wunsch meiner lieben Sozia machen wir an einer Düne Halt, an dessen Luvseite wir den herrlichsten Strand Europas entdecken. Θάλαττα, θάλαττα! Blütenweiß von Horizont zu Horizont, spärlichst besucht und von einer atemberaubenden Atmosphäre. Am Dünenabhang genießen wir im Sonnenschein unser Picknick mit Blick auf die schaumgekrönten Wellen. Gerne würden wir noch länger bleiben. Aber wir wollen heute noch bis Danzig, wo uns das gebuchte Hotelzimmer erwartet.

Sandstrand an der Kurischen Neherung

Sandstrand auf der Kurischen Neherung

Königsberg (Kaliningrad)

Königsberg ist auf einer Holperstrecke in einer Stunde erreicht. Mehr als den Dom und das an seiner Nordseite gelegene Grab von Immanuel Kant wollen wir eigentlich nicht sehen. Der Verkehr ist von gleicher Bestialität wie in Moskau. Nachdem wir uns nicht mehr zurechtfinden, droht die Stimmung zu kippen.

Da schiebt sich ein russischer Biker auf einer höllisch röhrenden Intruder neben uns. Auf meine Frage nach dem Kant-Grab nimmt er den Helm ab, nickt kurz und gibt uns ein Handzeichen zum Folgen. Was sich dann abspielte, läßt sich eigentlich nur nach mehrjährigem Intensivtraining im Moskauer Straßenkampf nachvollziehen. Er voran, wir mit der beladenen Fuhre hinterher, pflügten wir mit höllischem Tempo durch den Verkehrsinfarkt von Königsberg. Alleine hätten wir nie und nimmer zu unserem Ziel gefunden. Als wir aber nach einer knappen Viertelstunde und einem geschätzten Viertelliter Schweiß vor dem Dom stehen, nimmt unser Power-Lotse seinen Helm ab, drückt mir mit gefühlten 100 Nm die Hand, verabschiedet sich auf Deutsch mit „Tschüss“ und verschwindet röhrend auf Nimmerwiedersehen im Verkehrschaos. Rußland, wie wir es kennen und lieben.

Rothaarige Motorradfahrerin mit roter Jacke vor dem Königsberger Dom

Vor dem Königsberger Dom

Ehemalige Reichsstraße 1

Der Weg aus Königsberg Richtung Grenze vollzieht sich überraschend unkompliziert. Wir biegen auf die alte Reichsstraße 1 Richtung Südwesten ein und erreichen nach einer knappen Stunde Fahrt durch menschenleeres Land den Grenzübergang Heiligenbeil (Mamonowo). Vorsichtshalber tanken wir in Königsberg noch einmal bis Oberkante Unterlippe voll, da es auf dem weiteren Weg sehr einsam werden wird.

Die russischen Grenzorgane sind wie gewohnt höflich. Der polnische Beamte zu Christine sogar ausgesprochen charmant. Ohne Lederhandschuh hätte sie höchstwahrscheinlich eine feste Anwartschaft auf den landesüblichen Handkuß gehabt.

Auf brettebener Straße geht es, unterbrochen nur von einem Kaffee im „Gasthaus zum Goldenen M“ in Elbing (Elbląg), nach Danzig. Um 18.23 Uhr rollt unsere BMW mit sonorem Grummeln in die Tiefgarage des Hilton Hotels am Fischmarkt. Fünf Stockwerke darüber wartet ein sehr dezentes Zimmer auf uns, in dem wir uns für den Besuch eines netten Fischrestaurants landfein machen. Zur Feier des Tages lassen wir das Fischlein ordentlich schwimmen und einen weiteren erlebnisreichen Reisetag mit einem Abendspaziergang am Flußufer ausklingen.

Anmerkungen Christine:

Christian war heute im „Fahrmodus“, d. h. möglichst zügig an allem und jedem vorbei, am besten schon vor dem Frühstück. Die Übernachtung fand ich ein wenig gespenstisch, als einzige Gäste in einen seelenlosen, russisch eleganten Clubhaus eines Golfplatzes im Nirgendwo.

Auf der Nehrung wäre mein Gatte auch durchgebrettert, hätte ihn nicht der knurrende Magen und meine schlechte Laune ob der entgangenen Landschaft gestoppt. Schon komisch, da fährt man fast 2000 km durchs EU-Baltikum, um dann wieder vor dem Schild: „Welcome to Russia“ und einem Wegweiser nach Moskau zu stehen.

Bei der Grenzkontrolle in Heiligenbeil hatte ich einen Handschuh fallen lassen und es nicht bemerkt. Kurz danach senkte sich die Schranke unerwartet vor uns. Wir wurden angehalten und ein Streifenwagen brachte mir das Fundstück nach. Heute haben die Russen wirklich Ehre eingelegt.

Vor Königsberg und seiner angeblichen Hässlichkeit hatte man uns wiederholt gewarnt. Wir fanden es jedoch eine recht hübsche russische Stadt. Wenn man bedenkt, dass sie bei Kriegsende dem Erdboden gleich gemacht wurde und das restliche deutsche Erbe dem Zahn der Zeit anheimgefallen ist, sieht Kaliningrad ganz ordentlich aus. Wir haben da schon wesentlich Schlimmeres gesehen.

Charmant an unserer Ankunft im Hotel war, dass der Hotelpage ohne mit der Wimper zu zucken unsere Motorradkoffer auf einem Trolley ins Zimmer brachte. So kann man auch mit dem Motorrad stilvoll reisen!

Danzig

Stadtbesichtigung zu Fuß. 0 km

Danzig verwöhnt uns mit strahlendem Wetter, reizvollen Stadtansichten und höflichen Menschen. Wenn man einigermaßen polnisch spricht, wird vieles noch einfacher. Wir streifen durch die Altstadt, ziehen von Viertel zu Viertel, von Kirche zu Kirche und sind erstaunt, wie eine vom Krieg schwer mitgenommene Stadt in ihrem historischen Kern wiedererstehen konnte.

Altstadt von Danzig an der Weichsel mit Blick auf das Krantor

Altstadt von Danzig an der Weichsel mit Blick auf das Krantor

Nachmittags fahren wir mit dem Ausflugsdampfer zur Westerplatte, deren historische Bedeutung wir zwar kennen, von der uns aber die einzelnen Vorgänge des Kriegsbeginns nicht präsent sind.

Schriftzug Westerplatte in Danzig, ausgeführt in Buchstaben aus Beton

Nachdem wir uns diese Stätte näher angesehen haben, sind wir betroffen und gehen schweigend nebeneinander her. Gleiches beim Besuch des Postamts Nr. 1, dessen Eroberung Anfang September 1939 eine düstere Vorahnung davon gab, was noch kommen würde.

Ehemaliges Postamt Nr. 1 in Danzig

Ehemaliges Postamt Nr. 1 in Danzig

Zur Abrundung dieses Tages besuchen wir das älteste noch vorhandene Restaurant Danzigs, Zum Lachs, und genehmigen uns einen solchen nebst abschließendem Danziger Goldwasser, das dort destilliert wird. Damit sind wir bereit für die Weiterfahrt Richtung Berlin.

Danzig — Seelow

11. Etappe Danzig-Seelow einer Motorradtour von Moskau nach Lyon

Danzig — alte Reichsstraße 1 — Küstrin — Seelow. 397 km

Heute war ein wolkenloser, sonniger Hochsommertag. Ideal zum Fahren, wenn man nicht gerade eine Winterkombi anhat und stramm Westkurs hält, wo einem ab Mittag die Sonne in die Augen sticht.

Bei der Fahrt auf einer kleinen Landstraße und es zeigten sich wieder die zwei Seiten der Medaille. Christian war glücklich über die vielen Kurven und die spritzigen Überholmanöver. Und ich fühlte mich nach 9 Stunden Fahrt, unterbrochen nur durch 4 kurze Kaffee- und Tankstopps, über das Holperpflaster wie ein Martini: nicht gerührt, aber gut geschüttelt. Heute Abend war die Grenze meiner Leidensfähigkeit erreicht. Alles tat weh, besonders meine Sitzfläche. Ein hübsches Hotel in Seelow und die Gesellschaft netten Gruppe schwäbischer Motorradfahrer haben mich wieder reaktiviert.

Die Fahrt durch das ländliche Polen war sehr schön und hat unerwartet heimatliche Gefühle an unseren Aufenthalt vor fast 30 Jahren hervorgerufen. Ich kam mir vor wie in der „guten“ alten Zeit. Aber meine Sichtweise hat sich durch die lange Ostblockerfahrung verändert. Als ich damals aus Deutschland nach Polen kam, war ich entsetzt über den Zustand und Verfall des Landes. Heute sieht es auf dem Land oft nicht viel anders aus. Aber diesmal, aus Rußland kommend, freue ich mich über die vielen Überbleibsel der alten Zeit und deren liebevolle Restaurierung.

Auffallend war, dass auch das kleinste Dorf eine gut gepflegte Backsteinkirche hat, manchmal sogar von kathedralenartigem Ausmaß. Auf den großen Feldern waren riesige (westliche) Mähdrescher im Einsatz, auf den kleinen noch Pferd und Pflug. Bedauerlicherweise konnte ich die frisch gepflückten Pfifferlinge und Steinpilze und den frisch gepressten Himbeersaft nicht mitnehmen, den die Landleute am Straßenrand feilboten. Mehrfach hatte ich Gelegenheit das Phänomen zu studieren, dass man z. B. an einem Schweinezuchtbetrieb vorbeifahren kann und der Duft ca. 100 Meter braucht, um sich unter den Helm zu schleichen. Dann allerdings hat man mindestens noch drei Kilometer Freude daran.

Auch wenn der frühere Grenzübergang kaum mehr wahrzunehmen war, erkannten wir doch gleich, daß wir wieder in Deutschland sind: super geteerte Straßen, genormter Kurvenradius, sorgfältig am Gehweg gestapelte gelbe Müllsäcke. Welche Freude, dass man die Schilder nicht nur mühelos lesen kann, sondern sie auch sofort versteht. Es ist schön, nach langer Zeit wieder in der Heimat zu sein.

Als ich heute Abend kaum noch von diesem Motorrad herunter kam, beschäftigte mich die Frage, wie kleinere oder ältere Beifahrerinnen es schaffen, von einer mit allen 3 Koffern bestückten Maschine abzusteigen. Sponsort ihnen BMW ein heimliches Can-Can-Training (à la Crazy Horse in Paris)? Das hätte ich dann nämlich auch gerne!

Zusatzbemerkung von Christian:

Bei der „Kleinen Landstraße“ handelte es sich um den östlichen Teil der alten Reichsstraße 1 von Königsberg nach Aachen, die sich westlich der Oder als B 1 fortsetzt. Ein topographisches Erlebnis, aber, wie gesagt, über weite Strecken etwas anstrengend zu fahren wegen des schlechten Straßenzustandes, der ausgefahrenen Rinnen und der unsäglichen Ortsdurchfahrten.

Bei der Fahrt durch die Tucheler Heide, eines der schönsten Waldgebiete Ost-Mitteleuropas, kommen mir wehmütige Erinnerungen an eine Hochwild-Drückjagd im eiskalten Dezember 1985. Das Wildbret haben wir in der heimischen Küche zu Pastete verarbeitet. Schwierige Zeiten damals in Polen, auch noch nach Ende des Kriegsrechts. Heute hingegen haben wir das Glück, das Land eines EU-Partners zu durchfahren. Der Fortschritt ist allenthalben unverkennbar.

Seelow — Nürnberg

13. Etappe Seelow-Nürnberg einer Motorradtour von Moskau nach Lyon

Seelow — Bundesstraße 1 — Berlin — Nürnberg. 518 km

In Seelow besuchen wir vor der Weiterfahrt noch das sowjetische Ehrenmal. In seiner Gestaltung, Rhetorik und Geisteshaltung hat es sowjetische Anmutung, wie wir das aus Rußland kennen. Auf der gut ausgebauten B 1 gleiten wir durch Alleen nach Berlin. Vom Kreml zum Reichstag.

Familientag #1:
In Berlin treffen wir unseren Sohn Georg und genießen eine gemeinsame Stunde bei einer Tasse Kaffee. In der Zwischenzeit bekommt unsere Maschine in der benachbarten Werkstatt einen neuen Satz Reifen aufgezogen. Die Anakees haben ihre Schuldigkeit getan und werden für die westlichen Straßen durch neue Conti RA ersetzt. Sie erweisen sich auf der folgenden Etappe als sehr komfortabel und spurtreu und geben gute Rückmeldung. Ihre wahren Qualitäten werden die neuen Reifen aber erst in den französischen Alpen beweisen können.

In der windigen Tiefebene Sachsen-Anhalts holt uns unerbittlich der Regen ein und weicht uns binnen einer halben Stunde ziemlich durch. Dann aber reißt der Himmel auf und wir trocknen einigermaßen wieder ab. Quälend hemmt uns ein kilometerlanger Stau an zügiger Weiterfahrt. Aber wir nehmen alles mit Humor und gönnen uns an der nächsten Raststätte einen erholsamen Kaffee. Das läßt Heizerlaune aufkommen, die uns gut voranbringt, so daß wir uns rechtzeitig zur frühen Abendstunde in Nürnberg einquartieren können.

Nach dem obligatorischen Wäschewaschen lassen wir den Tag im Heilig Geist Spital bei Bier und Nürnberger Rostbratwürsten mit Sauerkraut ausklingen.

Nürnberg — Ludwigsburg

13. Etappe Nürnberg-Ludwigsburg einer Motorradtour von Moskau nach Lyon

Nürnberg — Schwäbisch Hall — Ludwigsburg. 228 km

Familientag #2:
Beim Mittagessen mit unserer Tochter Charlotte in der traditionellen Nürnberger Gaststätte Kettensteg haben wir eine gute Zeit. Anschließend machen wir uns auf den Weg nach Ludwigsburg.

Auf halber Strecke verlassen wir die Autobahn und schlagen uns in die Büsche. Auf kleinen Landstraßen kreuzen wir durch das Hohenloher Land, erfreuen uns an historischen Städtchen und der Landschaft. Die kurvenreichen Straßen sind herrlich zu fahren und die neuen Reifen können einen ersten Eindruck davon vermitteln, was sie drauf haben. Erstklassige Wahl!

Im Kloster Großcomburg bei Schwäbisch Hall müssen wir uns natürlich den karolingischen Radleuchter ansehen. Für das Schillermuseum in Marbach am Neckar reicht die Zeit leider nicht mehr.

Radleuchter in der Stiftskirche St. Nikolaus des Klosters Großcomburg

Radleuchter in der Stiftskirche St. Nikolaus des Klosters Großcomburg

Familientag #3:
In Ludwigsburg wartet unser Sohn Moritz auf uns, der dort den Sommer über als junger Maschinenbauer bei einer renommierten Firma arbeitet und dann wieder in die USA zurückkehrt. Moritz und Maultaschen nebst Großbottwarer Müller Thurgau garantieren uns einen schönen, gesprächsreichen Abend.

Christines Anmerkungen:

Die Fahrt über Land war wunderschön. Ich kann jetzt verstehen, daß man Deutsche im Ausland mit geschichtsträchtigen Bauwerken oder schönen Landschaften nur schwer beeindrucken kann.

Ich habe heute folgendes gelernt:

  • Es gibt Flüsse mit so melodischen Namen wie Fränkische Rezat und Murr.
  • Die Städte Schwäbisch Hall und Wüstenrot liegen nebeneinander.
  • Vellberg ist eine komplette und wunderbar renovierte Mittelalterstadt, die man nicht auslassen sollte.
  • Bei der Einfahrt in Tiefgaragen sollte man als Sozia immer den Kopf einziehen ( ist aber nix passiert)
  • Man kann auch in Strümpflesbach wohnen müssen/wollen.
  • Grossbottwar hat viele Weinberge mit sehr schmackhaften Erzeugnissen.

Stuttgart

Stadtbesichtigung zu Fuß. 0 km

Ruhetag mit unserem Sohn Moritz. Wir schlendern durch die Wilhelma, den wunderbar angelegten Zoologischen und Botanischen Garten Stuttgarts. Trotz der herrschenden Schwüle bleiben wir bis zum Nachmittag, um uns all das anzusehen, was vergleichbare Anlagen in anderen Städten nicht zu bieten haben. Besonders beeindruckt hat uns das Amazonien-Haus mit seiner gelungenen Mischung der tropischen Tier- und Pflanzenwelt, die Schmetterlingsvoliere und eine hervorragend gemachte Sonderausstellung über Bionik – also über alle Tricks, die sich der Mensch aus der Natur abschauen kann.

Nachdem ich über 30 Jahre nicht mehr in Stuttgart war und Christine überhaupt noch nicht, durfte natürlich eine Runde durch die Innenstadt nicht fehlen. Dazu gehörte auch ein Ortstermin bei Stuttgart 21, so daß wir uns ein eigenes Bild von der Auseinandersetzung um dieses Projekt machen konnten.

Ludwigsburg — Freiburg

15. Etappe Ludwigsburg-Freiburg einer Motorradtour von Moskau nach Lyon

Ludwigsburg — Mühlacker — Bad Wildbad — Freudenstadt — Freiburg. 260 km

Der Wettergott muß wirklich ein schlechtes Gewissen haben, daß er uns so mit Sonne verwöhnt wie heute. Fortan haben wir die ganze Strecke quasi als Privatstraße, kaum Verkehr, Kurven ohne Ende in herrlichster Landschaft. Die neuen Conti-Reifen geben eine vorzügliche Vorstellung ab: Grip bis zum Abwinken, gute Rückmeldung und viel Fahrkomfort.

In den Nachmittagsstunden drückt das Tagesgestirn doch so stark auf den Helm, daß wir in Freiburg einen Übernachtungsstop einlegen und das sommerliche Leben in dieser schönen Stadt genießen. Den Abend verbringen wir stilgemäß auf dem Münsterplatz vor Oberkirchs Weinstuben und gönnen uns einige Schoppen zu unseren Kräuterpfannnkuchen mit Pfifferlingen. Dazu bekommen wir ein Gratis-Konzert vom Münster nebenan: Der Domorganist übt fleißig in der hereingebrochenen Dunkelheit.

Christines Anmerkungen: 

Die Murr hat einen Schwesterfluss: die Murg! Wir sind auch durch Hornberg gefahren, wo das berühmte Hornberger Schiessen stattgefunden hat.

Der alemannische Dialekt hier ist lustig. Ich habe ein Poster gesehen: Nit gebruddelt is gnug globbt. Soll wohl heißen, dass die Abwesenheit von Kritik das höchste Lob ist.

Freiburg — Montbéliard

16. Etappe Freiburg-Montbéliard einer Motorradtour von Moskau nach Lyon

Freiburg — Hochschwarzwald — Markgräfler Land — Montbéliard. 259 km

Nach einem opulenten Frühstück schwingen wir uns aus der Schwüle der Stadt durch das romantische Glottertal auf die Höhen des Schwarzwaldes und erreichen den Titisee – den wir wegen touristischer Überfüllung durch Aktiv-Rentner gleich wieder hinter uns lassen. Grußlos fahren wir auch an der fernsehbekannten Schwarzwaldklinik vorbei.

Zunächst steueren wir das Kloster Maulbronn an, Weltkulturerbe, unbedingt einen Zwischenstop wert.

Kloster Maulbronn

Kloster Maulbronn

Die drei schwäbischen Motorradfahrer aus unserem Hotel in Seelow haben uns einen Super-Streckentip durch den Schwarzwald mit auf den Weg gegeben. Wer diese Tour nachfahren will, sollte sich an folgende Streckenführung halten:

Maulbronn — Königsbach — Stein — Birkenfeld — Freudenstadt / Baiersbronn (herrlicher Leberkäs bei Metzgerei Schurr) — Wolfach — Elzach — Kandel — St. Peter — Hinterzarten — Titisee — Todtnau — Schönau — Badenweiler — Neuenburg.

Der liebe Gott muß sehr mit sich im Reinen gewesen sein, als dieses paradiesische Fleckchen Erde, den Hochschwarzwald, erschaffen hat. Diese Harmonie der Landschaft, alles proper hergerichtet, sehr freundliche Menschen, einfach nur wunderschön.

Christines Anmerkungen:

Christian hat heute und gestern das Kurvenfahrdefizit der letzten Jahre aufgearbeitet und sich mit wachsender Begeisterung über jeden erreichbaren Berg geschwungen. Picknick mit frischer Semmel und Schwarzwälder Schinken am Ufer der leise gurgelnden Wiese. Später ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte zur nachmittäglichen Kaffeepause in einem kleinen Landcafé unter einer Linde.

Im Dreiländereck sind wir ein bißchen vom Kurs abgekommen und haben als 9. Land auf unsrer Tour ein Stückchen Schweiz mitgenommen. Schade, dass ich Deutschland schon wieder verlassen mußte. Es hat mir so gut gefallen und ich hatte mich so gefreut, meine Muttersprache wieder um mich zu haben.

In Montbéliard, dem früheren württembergischen Mömpelgard, und ich muß wieder wie ein Schießhund aufpassen, um wenigstens gelegentlich einen Brocken zu verstehen. Frankreich hat uns gleich mit einer Platanenallee empfangen, die von Napoleon III. gepflanzt wurde. Es sieht hier zwar noch vertraut aus, aber doch ein bißchen anders. Hier herrscht eine Vorliebe für grelle Hausfarben, die mit Penatenblau, Lila oder Schleimgrün selbst vor Fachwerkhäusern nicht Halt machen. Gegen den mitunter fast kitschig aufpolierten Schwarzwald kommt diese Gegend natürlich nicht an, aber sie hat einen eigenen romantisch-ländlichen Charme.

Dann suchten und fanden wir ein schönes Restaurant, in dem wir erkundeten, was Küche und Keller dieser Region Gutes zu bieten haben: Salade de lentilles au confit de canard — Crème de betteraves — Vin blanc viognier.

οἱ δ’ ἐπ’ ὀνείαθ’ ἑτοῖμα προκείμενα χεῖρας ἴαλλον.
Und sie erhoben die Hände zum lecker bereiteten Mahl.
— 
Homer, Odyssee 8, 71

Montbéliard — Champagnole

17. Etappe Montbéliard-Champagnole einer Motorradtour von Moskau nach Lyon

Montbéliard — Doubs — Jura — Champagnole. 215 km

Bei herrlichem Sonnenschein haben wir eine landschaftlich herrliche Fahrt durch den französischen Jura. Auf kleinen Nebenstraßen kurven wir durch lauschige Flußtäler und felsige Schluchten. Unser Weg führt uns am Doubs entlang, in dem wir unsere vom Stiefeln und Socken erhitzten Füße kühlen.

Rothaarige Motorradfahrerin mit schwarzer Kombi bei Fußbad im Doubs im Französischen Jura

Erfrischung im Doubs

Nach und nach bekommen wir einen Eindruck von der France profonde, in der die Uhren so viel anders gehen als in den hektischen Metropolen. Leider bleibt uns nicht die Zeit, die Uhrmachertradition auf der französischen Seite des Jura näher in Augenschein zu nehmen: Aber das kann einmal ein Thema für später werden. Und das wichtigste: In dieser wunderschönen Gegend haben wir den 4.000sten Kilometer unserer Tour absolviert. Heil, ohne Probleme, ohne Strafzettel, aber voller wunderbarer Erinnerungen.

Flußlandschaft mit Mühle im Französischen Jura bei Pontarlier

Im Französischen Jura bei Pontarlier

Unser Plan, einfach eines dieser romantischen Hotels am Wegesrand aufzusuchen, wie wir sie am Vormittag so zahlreich gesehen haben, schien in Champagnole nicht mehr aufzugehen: Drei Hotels sind pleite und geschlossen und eines ausgebucht. Mit aufkommendem Nieselregen, aber entschlossener Mine machen wir uns entlang der nächsten größeren Hauptstraße auf die Suche und landen prompt im „Bois Dormant“, ein Hotel, das so ruhig zu sein scheint wie sein Name dies vermuten läßt. Auf jeden Fall lockt es mit regionaler Küche und Weinen aus dem Jura. Da ist wohl wieder mal ein runder Tagesabschluß angezeigt.

Christines Anmerkungen:

Die Franzosen scheinen den Kreisel als Verkehrsregelung zu lieben. Nach einer Fahrt durch einen größeren Ort hat man beinahe einen „Drehwurm“.

Auch sollte man den Hinweisen auf besondere Sehenswürdigkeiten nicht unbesehen trauen. Die angepriesene Kirche stellte sich nach längerer Fahrt auf malerischer einspuriger Straße durch ein steiles Flußtal als Mini-Kapelle mitten im Nichts heraus. Da uns das Benzin recht knapp geworden war, befragten wir eine nette Bauernfamilie nach der nächsten Tankstelle. Wie gut, dass Christian das alles sprachlich so hinbekommt.

Champagnole — Lyon

18. Etappe Champagnole-Lyon einer Motorradtour von Moskau nach Lyon

Champagnole — Bourg-en-Bresse — Lyon. 186 km

Die letzten Kilometer eröffneten uns unser neues Revier mit viel schöner Umgebung, geruhsam grasenden Charolais-Rindern und an der Grenze zum Département Ain mit einem stattlichen, wehrhaft dreinblickenden Huhn, das von einem riesigen Plakat aus verkündete, es trage den stolzen Namen der Bresse. Beiden begegneten wir abends in einem schönen Restaurant wieder, allerdings von geschickten Köchen kulinarisch zubereitet.

Eine letzte kleine Etappe noch – dann sind wir wohlbehalten in Lyon angekommen:

  • Nach 17 Tagen und 4.267 km.
  • 220 Liter Benzin wurden während der Fahrt durch die Ventile gesprüht.
  • Die Kolben gönnten sich dabei 0,4 Liter vollsynthetisches Motoröl.
  • Einen abgefahrenen Satz Anakees haben wir in Berlin beim Händler gelassen und dafür zwei neue Continental RA bekommen, mit denen wir außerordentlich zufrieden sind. Auf den langen Kurvenstrecken des Schwarzwaldes und des französischen Jura haben sie ihre exzellenten Qualitäten bewiesen.
  • Unsere BMW ist unter voller Last brav und zügig gelaufen und hat uns keine Sekunde im Stich gelassen.
  • Pannen, Probleme, Strafzettel und ähnliche Unerfreulichkeiten gab es nicht.
  • Wir beide haben die lange Tour körperlich gut und auch im Duo auf engstem Raum ohne Reibungen überstanden.
  • Christine war wie stets eine exzellente Beifahrerin, die Alleinfahrten regelrecht langweilig werden läßt.

Wir haben jetzt das gute Gefühl, zu einem Zeitpunkt am Ziel angelangt zu sein, als die Reise am schönsten war. Schon sehen wir voraus, daß wir uns auf weitere Unternehmungen in unserer näheren Umgebung freuen können – in den Alpen, der Auvergne und in Burgund.

Der finale Champagner erreicht gerade im Kühlschrank seine vorgeschriebenen 8°.

 

Wir hoffen, unseren verehrten Lesern einen Einblick in die sehr persönlich erlebte Wirklichkeit Europas gegeben zu haben, wie sie sich im Zuge unserer thematisch zusammengestellten Reise geboten hat. Gleichfalls würden wir uns freuen, auf ähnliche Weise an den Erlebnissen und Erfahrungen anderer teilhaben zu können.

 

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